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Region & Geschichte in der Region Fränkische Schweiz

Kirschenland Pretzfeld

Region & Geschichte

Wer im April durch das Trubachtal fährt, sieht Hänge, die aussehen, als hätte es über Nacht geschneit. Zwischen Pretzfeld und dem Walberla im Landkreis Forchheim stehen nach Angaben der Region etwa 200.000 Kirschbäume auf rund 2.500 Hektar. Das gilt als das größte zusammenhängende Süßkirschengebiet Deutschlands, und im Tourismus wird es sogar für ganz Westeuropa genannt.

Ein Teil dieser Früchte landet nicht auf dem Markt, sondern in einer Brennerei. In der Fränkischen Schweiz stehen auffallend viele kleine Familienbetriebe, die neben der Landwirtschaft brennen und oft nach Rezepten arbeiten, die über Generationen weitergegeben wurden. Das Brennen ist hier ein Zubrot des Hofes, kein Industriezweig.

Rechtlich ist das Brennen in Deutschland streng geregelt. Bis zum 31. Dezember 2017 hing alles am Branntweinmonopol, und das Brennrecht gehörte zum Hof. Seit dem 1. Januar 2018 gilt das Alkoholsteuergesetz, und die Erlaubnis gehört einer Person. Eine Abfindungsbrennerei darf höchstens 300 Liter reinen Alkohol im Jahr erzeugen und setzt einen Betrieb mit mindestens drei Hektar Land voraus, bei intensivem Obst- oder Weinbau genügen 1,5 Hektar. Die Steuerermäßigung begründet der Gesetzgeber mit dem Erhalt der Streuobstwiesen.

Der Name der Region ist geschützt. Fränkisches Kirschwasser trägt seit 1989 eine geschützte geografische Angabe der EU, ebenso Fränkisches Zwetschgenwasser und Fränkischer Obstler. Beim Kirschwasser müssen die Kirschen aus Franken stammen, Gärung und Destillation finden ebenfalls dort statt, und der Brand kommt mit mindestens 40 Prozent Alkohol in die Flasche, ohne Zucker, Farbstoffe oder Holzspäne.

Mitten im Anbaugebiet arbeitet zum Beispiel die Edelbrennerei von Johannes Haas in Pretzfeld. Das Schwarzwälder Kirschwasser ist übrigens ein eigenes Produkt mit eigener Angabe: Beide sind Obstbrände aus Kirschen, aber jeder darf nur den Namen seiner Herkunft tragen.

Dazu im Lexikon

Wie ein anderer Fruchtbrand zu seinem Herkunftsschutz kam: Calvados
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