
Gers und Landes
Region & Geschichte
Westlich von Eauze wird der Boden sandiger, die Luft feuchter, und zwischen den Rebzeilen tauchen die Kiefern der Landes auf. Hier liegt das Bas-Armagnac, die westliche der drei Unterzonen des Armagnac neben Ténarèze und Haut-Armagnac. Es reicht von den Gemeinden im Gers rund um Eauze bis hinüber in das Département Landes, wo Dörfer wie Roquefort und Labastide d'Armagnac liegen.
Wie alt ist der Armagnac? Ein oft zitierter Beleg stammt aus dem Jahr 1310. Damals beschrieb Maître Vital Dufour, Prior von Eauze, die vierzig Tugenden der „aygue ardente“, des brennenden Wassers. Es war Arznei und kein Genussmittel, doch der Text gilt vielen als frühester schriftlicher Hinweis auf einen Brand in Frankreich.
Den Weg zum Meer versperrte lange Bordeaux: Dessen Privileg von 1373 ließ Wein aus dem Hinterland erst nach Weihnachten durch. Brand ließ sich leichter lagern und verschicken als Wein. Im 17. und 18. Jahrhundert kauften vor allem Holländer die Fässer aus der Gascogne, und Anfang des 19. Jahrhunderts entstand das Brenngerät, das bis heute den Stil prägt.
Der Name wurde Schritt für Schritt geschützt. Ein Dekret vom 25. Mai 1909 grenzte das Gebiet ab und teilte es in drei Unterzonen. Die Appellation Armagnac umfasst heute 245 Gemeinden im Gers, 29 in den Landes und 18 in Lot-et-Garonne, und in der EU ist der Name als geografische Angabe geschützt.
Die Erzeuger gehören zu zwei Lagern: 2012 stammten rund 70 Prozent der Menge von Winzern und Genossenschaften, 30 Prozent von Händlern, bei insgesamt 19 000 Hektolitern reinem Alkohol. Zu den bekannten Namen im Bas-Armagnac zählen Darroze, 1974 von Francis Darroze in Roquefort gegründet, das Château de Laubade in Sorbets und das Château du Tariquet bei Eauze.