
Condom und Auch
Region & Geschichte
Condom ist die Hauptstadt der Ténarèze. Die Stadt im Département Gers liegt an der Baïse, einem Flüsschen, über das früher Armagnac auf Booten Richtung Bordeaux ging. Die goldgelbe Kathedrale Saint-Pierre, ab 1507 unter Bischof Jean Marre in knapp zwanzig Jahren hochgezogen, überragt bis heute die Altstadt.
Was ist die Ténarèze eigentlich? Ein Dekret vom 25. Mai 1909 teilte das Armagnac-Land in drei Zonen: Bas-Armagnac im Westen, die Ténarèze in der Mitte und Haut-Armagnac im Osten, rund um Auch. Zusammen umfassen sie 245 Gemeinden im Gers, dazu 29 in den Landes und 18 im Lot-et-Garonne.
Wer wissen will, wie sich ein Armagnac aus der Ténarèze von anderen unterscheidet, schaut auf den Boden. Kalkhaltiger Lehm bringt Brände hervor, die kräftig und würzig schmecken und erst nach langer Lagerung weich werden. Im Haut-Armagnac, das nach Branchenangaben nur einen kleinen Teil der Menge liefert, steht der Wein auf kaltem Kalk und bleibt säurebetont.
In Condom gründete Pierre-Étienne Janneau 1851 sein Haus; nach Angaben des Hauses lagern die Fässer noch in den Kellern aus dem Gründungsjahr. In Lannepax gründete Prosper Delord 1893 eine Brennerei, die bis heute in Familienhand ist. Und in Auch ließ sich 1814 ein gewisser Tuilière einen Brennapparat patentieren, der ohne Unterbrechung arbeitet.
Der Name Armagnac ist in der EU als geografische Angabe für Weindestillat geschützt, in Frankreich zusätzlich als AOC. Im Handel muss ein Armagnac mindestens 40 % vol haben. Nach den Zahlen von 2012 kommen sieben von zehn Litern von Winzern und Genossenschaften, der Rest von Händlern, die den Brand zukaufen und selbst ausbauen.