
Kräftig, straff, klar
Brandstil
Armagnac-Ténarèze nennt man einen Brand aus dem mittleren Teil des Gebiets, gebrannt aus Wein von kalkhaltigem Lehm. Er gilt als der kräftigste der drei Armagnacs: viel Würze, Backpflaume, dunkle Gewürze, ein langer Nachhall. Er braucht Zeit, und gerade ältere Abfüllungen zeigen, was in ihm steckt.
Haut-Armagnac liegt im Osten rund um Auch. Hier steht der Wein auf kaltem Kalk, und die Brände gelten als straffer, mit mehr Säure und weniger Fülle. Weil nach Branchenangaben nur ein kleiner Teil der Gesamtmenge von dort stammt, begegnet man dem Namen im Regal seltener als dem der Ténarèze, auch wenn er als Herkunftsangabe erlaubt ist.
Was ist Blanche Armagnac? Es ist ein Armagnac, der nach dem Brennen nicht ins Fass geht. Er ruht mindestens drei Monate in einem inerten Behälter, bleibt farblos und darf nicht gefärbt werden. In Frankreich ist er seit 2005 Teil der Appellation, und er ist kein eigener EU-Eintrag, sondern eine Angabe innerhalb der AOC Armagnac.
Wie schmeckt der Unterschied zum Nachbarn? Bas-Armagnac im Westen, auf sandigem Boden, gilt als feiner und fruchtiger. Die Ténarèze setzt auf Kraft und Länge. Zwischen Blanche und Cognac liegt ein anderer Gegensatz: Cognac wird immer im Holz gereift, die Blanche nie. Wer beide nebeneinander riecht, merkt, wie verschieden dieselbe Traube klingen kann.
Auch innerhalb der Ténarèze unterscheiden sich die Häuser. Janneau in Condom setzt nach eigenen Angaben auf Brände aus Kolonne und Blase, während Delord aus Lannepax neben den Altersstufen Jahrgänge und eine Blanche abfüllt. Beides sind Wege, die Kraft der Gegend zu zeigen: einmal durch Verschnitt, einmal durch Einzeljahr und Klarheit.
Armagnac-TénarèzeWein- und Traubenbrand · Weißwein, vor allem Ugni blanc
- Alkohol
- 40–46 % vol
- Reife
- 1–20 Jahre
Kräftig und würzig, Backpflaume und dunkle Gewürze, braucht Jahre, bis er rund wird.