
Brenta und Brücke
Region & Geschichte
Wer wissen will, woher der Name Grappa kommt, landet schnell am Monte Grappa, dem Berg nördlich von Bassano. Belegt ist diese Herleitung nicht, sie gilt als Volksetymologie: ein Name, der gut klingt und deshalb weitererzählt wird. Häufiger bringt man das Wort mit grappolo in Verbindung, der Traubendolde. Die Stadt selbst hieß bis ins 20. Jahrhundert Bassano Veneto.
Am Brückenkopf über die Brenta kaufte Bortolo Nardini 1779 ein Gasthaus. Der Überlieferung nach stammte die Familie aus dem Trentino und zog zuvor als Wanderbrenner mit einem Kessel von Ort zu Ort. Die Brennerei Nardini gilt als älteste Grappa-Brennerei Italiens und steht bis heute am Fuß der Holzbrücke, die als Ponte degli Alpini bekannt ist.
Die gedeckte Brücke geht auf einen Entwurf von Andrea Palladio aus dem Jahr 1569 zurück. Im Zweiten Weltkrieg zerstört, bauten Gebirgsjäger der Alpini sie 1947 und 1948 nach den alten Plänen wieder auf, daher der heutige Name. Der Fluss lieferte den Brennern Wasser und führte in Richtung Venedig.
Eine zweite Linie der Geschichte beginnt bei Schiavon, südwestlich von Bassano. Dort kaufte Giobatta Poli 1898 seine ersten drei Kupferkessel, nachdem er zuvor ein Wirtshaus geführt hatte. Nach Angaben des Hauses leitet heute die vierte Generation den Betrieb, und in Bassano zeigt ein Grappa-Museum der Familie die Geschichte des Brennens.
Rechtlich ist der Name Grappa in der EU Italien vorbehalten, daneben sind über ein Abkommen mit der Schweiz Namen wie Grappa del Ticino geschützt. Grappa veneta oder Grappa del Veneto ist eine eigene geschützte Angabe für Trester aus Veneto-Trauben, die im Veneto destilliert werden. Eine geschützte Grappa di Bassano gibt es nicht: Bassano steht für eine Brenntradition, nicht für eine Herkunftsregel.