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Region & Geschichte in der Region Armenien

Jerewan seit 1887

Region & Geschichte

Armenischer Brandy beginnt 1887 mit einem Kaufmann: Nerses Tairov gründete in Jerewan die erste Brandy-Fabrik des Landes. Wein gab es dort längst. In der Höhle Areni-1 im Süden fanden Archäologen eine gut 6.000 Jahre alte Kelteranlage, und auf armenischen Höfen kommt bis heute gern ein selbst gebrannter Oghi als Willkommensgetränk auf den Tisch.

1899 verkaufte Tairov den Betrieb an das russische Handelshaus Schustow und Söhne. Der Brand ging nach Russland und hieß dort Cognac. Berichten zufolge sprachen französische Preisrichter 1902 einem armenischen Haus sogar das Recht zu, den Namen zu führen, nachdem es einen Wettbewerb gegen französische Originale gewonnen hatte. Eine Legende erzählt außerdem, Winston Churchill habe nach der Konferenz von Jalta 1945 immer wieder Nachschub aus Armenien bestellt.

Bis zur Unabhängigkeit 1991 gab es im Land nur einen Hersteller, danach teilte sich das Erbe. 1998 kam die Yerevan Brandy Company mit der Marke Ararat zu Pernod Ricard. Daneben arbeitet in Jerewan das Haus Noy, das ebenfalls als Erbe derselben Tradition gilt.

Wie heißt der Brand dann richtig, und was unterscheidet armenischen Brandy von Cognac? Cognac ist in der EU eine geschützte Herkunftsangabe aus der Charente. Im Partnerschaftsabkommen CEPA, 2017 unterzeichnet und seit März 2021 in Kraft, hat sich Armenien verpflichtet, den Namen aufzugeben: Neue Chargen dürfen ab 2032 nicht mehr „Cognac“ heißen, ganz endet die Nutzung bis 2043. Für die Umstellung zahlt die EU Armenien eine Hilfe von drei Millionen Euro.

Als Bezeichnung für heutige Ware taugt „armenischer Cognac“ deshalb nicht, richtig ist armenischer Brandy. Wer die französischen Regeln danebenlegen möchte, findet sie im Beitrag zu Cognac und Armagnac.

Dazu im Lexikon

Was Cognac rechtlich zu Cognac macht
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