
Reindling, Kasnudeln, Kirchtag
Essen & Brauchtum
Zu Kärnten gehört der Reindling, ein gerollter, gebackener Hefekuchen mit Rosinen, Zimt und Honig oder Nüssen. Nach dem Landwirtschaftsministerium gilt er als festliches Gebäck und geht wohl auf das 16. Jahrhundert zurück, als Verbindung zwischen Kärnten und dem slowenischen Raum.
Beim Kirchtag, dem Kirchweihfest, steht er auf jedem Tisch. Zur Kirchtagssuppe wird er traditionell gereicht, ebenso bei Hochzeiten und großen Familienfesten. Zu so einem süßen Gebäck passt ein klarer Apfelbrand, weil er trocken ist und Honig und Zimt nicht überdeckt.
Die Kärntner Kasnudeln sind handgemachte Teigtaschen, gefüllt mit Topfen, Kartoffeln und Bröseln und gewürzt mit Minze oder Kerbel. Schon im Mittelalter waren sie bekannt. Die Frische der Kräuter und die Säure eines Apfelbrands halten zueinander Abstand, statt sich zu überlagern.
Zur Jause, der deftigen Brotzeit, gehört in Kärnten ein Schnaps oder Obstbrand im kleinen Glas. Hilft der Schnaps nach dem Essen der Verdauung? Eher das Gegenteil ist belegt: Alkohol verzögert die Magenentleerung, und zur Jause bleibt der Schnaps ein kleiner Abschluss. Das gute Gefühl danach kommt von der Entspannung, nicht von schnellerer Verdauung.
Der Genuss liegt also im Geschmack, nicht in der Verdauung. Ein Stamperl Brand schließt die Mahlzeit ab, mehr nicht, und wer ihn mit einem Stück Reindling zusammen serviert bekommt, trinkt ihn langsam. Zu den Kasnudeln passt eher ein junger, fruchtiger Apfel- oder Birnenbrand als ein kräftiger, fassgelagerter, der die Minze erdrücken würde.