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Essen & Brauchtum in der Region Steiermark & Vulkanland

Bohnen, Kernöl, Kletzen

Essen & Brauchtum

Käferbohnensalat mit Kürbiskernöl gehört zu den Gerichten, bei denen die Steiermark auf Herkunft beharrt: Die Steirische Käferbohne trägt das EU-Siegel g.U., das Steirische Kürbiskernöl das Siegel g.g.A. Nach Angaben des Landestourismus stammen 90 Prozent der österreichischen Käferbohnen aus der Steiermark. Der Salat wird mit Zwiebeln und Essig angemacht und gegessen, wenn er noch lauwarm oder gut durchgezogen ist.

Das Kernöl wird aus gerösteten Kürbiskernen gepresst, ist dunkelgrün mit rötlichem Schimmer und riecht nussig. Wer es über Salat oder Suppe träufelt, bringt eine herbe Röstnote auf den Teller. Ein trockener, frischer Birnenbrand danach kann dazu passen, weil seine Frische das Fett des Öls abräumt.

Die Hirschbirne kommt auch gedörrt auf den Tisch, als Kletzen. Zu den drei Ks der Steiermark zählen Kürbis, Kren und Käferbohne, und der Steirische Kren, der Meerrettich, liefert die Schärfe, an die sich ein Brand mit seiner Wärme anschließt. Kürbis und Käferbohne sind hier Speisen, nicht Zutat der Brände.

Ein Obstbrand nach dem Essen gehört in Österreich zur Digestif-Kultur. Hilft Schnaps der Verdauung? Eher im Gegenteil: Alkohol verlangsamt die Magenentleerung. Die Erleichterung nach einem kleinen Glas ist Entspannung und keine schnellere Verdauung, ganz gleich wie deftig das Essen war.

Wo Hof und Tisch nah beieinanderliegen, wie in der Oststeiermark, wird der Brand in kleinen Gläsern gereicht, zum Abschluss einer Mahlzeit. Die kleine Menge ist der Brauch, nicht die Flasche.

Dazu im Lexikon

Digestif-Kultur in Italien am Beispiel Amaro
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