
Kirsch und Williams
Brandstil
Der Leitbrand der Region ist der Fraxner Kirsch. Er stammt aus Süßkirschen von Hochstämmen am Südhang, wird doppelt gebrannt und kommt bei 40 bis 45 Prozent vol in die Flasche. Im Glas ist er klar, im Duft stehen reife Kirsche und ein feiner Steinton.
Der Unterschied zum Schwarzwälder Kirschwasser liegt vor allem in der Herkunft der Früchte. Dort stammen sie von kleinfruchtigen Brennkirschen alter Sorten und tragen seit 1989 eine EU-Herkunftsangabe. In Fraxern liefern Dorfsorten wie die Klennzweiete das Obst, und der Name ist über das Verzeichnis traditioneller Lebensmittel abgesichert.
Zweiter Leitbrand ist der Williams. Der Name ist geschützt im Sinne der Spirituosenverordnung: Nur ein Brand aus ausschließlich Williams-Birnen darf so heißen. Aus Lustenau kommt er von der Privatbrennerei Hämmerle, auch Prinz in Hörbranz führt einen Williams.
Auf dem Etikett darf ein Kirschbrand auch nur „Kirsch“ oder „Kirschwasser“ heißen; die EU lässt beide Formen zu. Wer die beiden Brände nebeneinander stellt, bemerkt den Unterschied zwischen Stein- und Kernobst: Beim Kirsch trägt der Kern einen Teil des Tons, bei der Birne allein das saftige Fruchtfleisch. Beide Brände sind Obstbrände im Sinne der EU, also aus vergorener Frucht ohne Fremdalkohol gewonnen. Anders als ein Geist, bei dem unvergorene Früchte in Neutralalkohol liegen, trägt der Obstbrand das Aroma der Frucht selbst. Beide Brände zeigen, wie verschieden Berghang und Tal in Vorarlberg schmecken können.
Fraxner KirschObstbrand · Süßkirschen vom Hochstamm
- Alkohol
- 40–45 % vol
- Reife
- 0–1 Jahre
Glasklar, reife Kirsche und feiner Steinton, trocken und warm im Abgang.