
Ceviche und Tejas
Essen & Brauchtum
Zu welchen Gerichten passt Pisco? Am häufigsten fällt in Peru das Ceviche: roher Fisch, in Limettensaft gebeizt, mit Zwiebeln, Chili, Süßkartoffel und Mais. Die Säure und die frische Schärfe verlangen nach einem klaren, nicht zu schweren Brand, und ein aromatischer Pisco aus Italia oder Torontel greift die Zitrusnoten auf.
Kräftigere Speisen vertragen mehr Körper. Die Causa, ein kalt servierter Kartoffelteig mit Thunfisch oder Huhn, und gegrillte Anticuchos, Spieße aus Rinderherz, passen zu einem Quebranta. In der Gegend um Ica und Chincha gehört die Carapulcra dazu, ein würziger Eintopf mit getrockneten Kartoffeln, Schweinefleisch und Erdnüssen.
Zum Abschluss kommen Süßspeisen. Die Tejas, ein Konfekt aus Karamellcreme in einer Zuckerglasur, sind in Ica und Chincha beliebt. Ein kleines Glas Pisco puro daneben schneidet die Süße, und viele nehmen es am Ende des Essens statt eines Kaffees. Das Glas begleitet das Dessert, es ersetzt es nicht.
Der Pisco Sour, Perus bekanntester Cocktail, hat im Lexikon einen eigenen Artikel. Hier steht der Brand pur im Glas, so wie er in den Bodegas zum Essen gereicht wird.
Das Jahr der Pisco-Täler hat seinen Höhepunkt zur Vendimia, dem Lesefest in Ica, bei dem Trauben, Musik und Tanz im Mittelpunkt stehen. Auch ein Nationaler Pisco-Tag im Juli erinnert in Peru an das Erbe des Brandes. Im Mittelpunkt stehen Ernte, Gastfreundschaft und das Gespräch am langen Tisch, nicht die Menge im Glas.