
Klar, fruchtig, kühl
Verkosten
Wie schmeckt Pisco aus Peru? Ein guter Pisco puro ist glasklar und duftet nach Traube, Zitrusschale, manchmal nach Blüten oder Nuss, je nach Sorte. Im Mund wirkt er trocken, geradlinig und überraschend leicht, weil kein Holz Süße und Vanille dazugibt. Der Nachklang ist kurz bis mittellang und bleibt frisch.
Drei Beispiele zeigen die Bandbreite. Der Pisco Portón von der Hacienda La Caravedo wird als Mosto Verde aus Quebranta mit 43 % vol angeboten, ein Brand mit Fülle und weichem Mundgefühl. Tacama und Vista Alegre zählen bei Ica zu den bekannten Häusern, bei denen sich Piscos verschiedener Sorten nebeneinander stellen lassen. Wer die Rebsorten vergleichen will, nimmt Quebranta, Italia und einen Acholado nacheinander in den Blick.
Das passende Glas ist ein kleines, tulpenförmiges Nosing-Glas, das sich zur Öffnung hin verjüngt und die Düfte bündelt. Ein weites Cocktailglas oder ein großer Schwenker lassen den feinen Duft zu schnell verfliegen.
Serviert wird bei Zimmertemperatur, eher kühl als warm. Zu kalt unterdrückt die Aromen, zu warm lässt den Alkohol vordringen. Zuerst riecht man mit offenem Mund, ohne die Nase tief ins Glas zu stecken, dann nimmt man einen kleinen Schluck und lässt ihn kurz auf der Zunge liegen. Ein paar Tropfen stilles Wasser dazu öffnen den Duft, ohne den Brand zu verändern.
Früchte neben dem Glas helfen beim Vergleichen: eine reife Traube, eine Zitrone, ein Stück Quitte. Man sucht, welche Frucht im Duft wiederkehrt. Dabei geht es um Geruch und Geschmack, nicht um Menge; ein Probierglas ist ein kleiner Schluck.