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Frucht & Rohstoff in der Region Algarve

Beere am Hang

Frucht & Rohstoff

Im Herbst tragen die Sträucher des Erdbeerbaums, botanisch Arbutus unedo, zugleich weiße Blüten und reife Früchte, denn die Beeren eines Jahres brauchen ungefähr ein Jahr bis zur Reife. Die runden Früchte färben sich rot bis orange und haben eine raue, warzige Haut. Der Strauch ist immergrün und trägt dunkle, glänzende Blätter, die im Herbst kaum auffallen neben den Früchten. Mit den Erdbeeren aus dem Garten hat das nur die Farbe gemein.

Der Überlieferung nach geht der Beiname unedo auf den römischen Gelehrten Plinius zurück, der gesagt haben soll, man esse nur eine: unum edo. Roh schmecken die Früchte mehlig und mild süß. Der portugiesische Name Medronho gab später dem Brand seinen Namen.

Für den Brand zählt etwas anderes. Die Früchte bringen genug Zucker mit, um von selbst zu Alkohol zu vergären, vorausgesetzt, sie sind gut ausgereift. Untersuchungen der Universität des Algarve nennen genau das als Bedingung: Die Gärung verlangt Früchte in gutem Reifezustand, sonst leidet der Brand.

Der Strauch wächst wild, im Hinterland der Algarve ebenso wie etwa bei Lousã weiter im Norden, und er kommt mit armen Böden zurecht, auf denen wenig anderes gedeiht. Das macht ihn zum Rohstoff der Bergbauern. Was am Hang wächst, wird eingesammelt, und der Brand macht daraus ein Erzeugnis, das sich lagern und verkaufen lässt.

Gepflanzte Bestände im großen Stil entstanden nach der Literatur erst im 21. Jahrhundert, vorher lasen die Bauern die Früchte von Hand auf. Wer in der Serra de Monchique oder im Caldeirão unterwegs ist, trifft den Medronheiro deshalb meist wild zwischen Korkeichen und Gestrüpp.

Dazu im Lexikon

Calvados, der Brand aus Äpfeln und Birnen
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