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Essen & Brauchtum in der Region Tessin & Italienischbünden

Grotto und Granit

Essen & Brauchtum

Im Grotto gehört ein kleines Glas Grappa zum Ausklang. Grotti waren ursprünglich natürliche Felskeller, in denen Wein und Käse kühl lagerten, heute sind es Gasthäuser unter alten Bäumen mit Tischen und Bänken aus Granit. Der Wein wird im Boccalino oder Tazzino serviert, einem kleinen Tonkrug, und am Ende steht der Digestif auf dem Tisch.

Auf den Tisch kommen Gerichte wie Polenta mit geschmortem Rindfleisch (Brasato), Luganighe, die Tessiner Wurst, Risotto, Minestrone, Kutteln, Käse und Frischkäse. Fettes, Herzhaftes trifft auf Wein, und danach hilft ein kleiner Brand, den Magen zu beruhigen. Zum Abschluss kommt oft eine Torta di pane, der Tessiner Brotkuchen.

Im Puschlav gehören die Pizzoccheri zu den Spezialitäten, ein herzhaftes Gericht aus Buchweizennudeln, Gemüse und Käse. Im Bergell und im Misox kommen Kastanien oft auf den Tisch, und danach passt ein kleiner Brand. Mancherorts kommt ein Schuss Grappa auch in den Kaffee, als Caffè corretto.

Der Nocino ist kein Brand, sondern ein Likör aus unreifen grünen Walnüssen. Traditionell werden die Nüsse in der Johannisnacht vom 23. auf den 24. Juni gepflückt und einige Wochen in Alkohol eingelegt, oft in Grappa, mit Zimt, Orangenschale oder Gewürzen. Im Tessin ist er verbreitet, aber er zählt zu den Likören und nicht zum Tresterbrand.

Mit der Weinlese im Herbst beginnt das Jahr der Grappa, denn erst dann fällt der Trester an. Ein Digestif ist ein Abschluss, kein Durstlöscher: Kleine Gläser reichen, und wer ihn genießt, trinkt langsam und nach dem Essen.

Dazu im Lexikon

Digestif-Kultur: Amaro und Kräuterbitter
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