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Region & Geschichte in der Region Tessin & Italienischbünden

Name per Abkommen

Region & Geschichte

Grappa darf in der EU nur aus Italien stammen, am Südrand der Alpen gibt es aber eine Ausnahme. Über das Agrarabkommen zwischen der EU und der Schweiz sind die Namen Grappa del Ticino und Grappa ticinese geschützt, dazu die Bezeichnung Grappa für Brände aus der Val Calanca, der Val Bregaglia, dem Misox (Mesolcina) und dem Puschlav (Valle di Poschiavo). Das sind die vier italienischsprachigen Täler Graubündens, die kulturell nach Süden schauen.

Die Geschichte dahinter ist eine der Sparsamkeit. Wo Reben stehen, bleibt nach dem Keltern der Trester übrig, also Schalen, Kerne und Stiele, und in den Dörfern warf niemand weg, was sich noch zu Alkohol machen ließ. Der klare Brand diente nach der Überlieferung zugleich als Digestif und als Hausmittel. Nach der Weinlese zogen früher fahrbare Brennapparate von Keller zu Keller, bis neue Vorschriften das Brennen in feste Betriebe lenkten.

Der Merlot kam 1906 ins Tessin. Er verdrängte ältere Sorten und steht heute auf deutlich mehr als drei Vierteln der Rebfläche, sodass sein Trester der naheliegende Rohstoff wurde. Geliefert wird er aus dem Mendrisiotto, aus der Gegend um Lugano und Locarno und aus dem Raum Bellinzona.

Ein Tessiner Weinhaus mit eigener Grappa ist Valsangiacomo. Nach Angaben des Hauses reicht die Familiengeschichte bis 1831 zurück, heute führt die sechste Generation den Betrieb. Im Sortiment steht die Grappa Ticinese di Merlot unter dem Namen La Fenice. Daneben brennen viele kleine Betriebe und Hausbrenner für den eigenen Bedarf.

Das Brennen steht in der Schweiz unter Aufsicht des Bundesamts für Zoll und Grenzsicherheit. Wer Reben hat, aber keine Brennblase, gibt seinen Trester einem Lohnbrenner. Im Handel muss ein Tresterbrand nach EU-Recht mindestens 37,5 Prozent Alkohol haben, in der Praxis liegen die meisten Flaschen darüber. In Deutschland ist das Brennen ohne amtliche Erlaubnis dagegen verboten.

Dazu im Lexikon

Grappa aus Italien im Vergleich
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Bilder mit KI erstellt · Texte KI-gestützt, redaktionell geprüft