
Duft nach Mandel
Verkosten
Ein Glas Zuger Kirsch fängt in der Nase an. Zuerst kommt oft Kirschfrucht, dann Mandel und Marzipan, manchmal ein Hauch Gewürz. Am Gaumen soll der Brand trocken und warm wirken, ohne Süße wie bei einem Likör. Das Pflichtenheft verlangt mindestens 40 Prozent vol, und diese Stärke trägt das Aroma.
Als Beispiele bieten sich drei Häuser an. Etter aus Zug füllt Zuger Kirsch ab und bietet auch Jahrgangskirsch an. Die Destillerie Fassbind in Oberarth führt einen Rigi Kirsch AOP, und Dettling in Brunnen verarbeitet nach eigenen Angaben Bergkirschen vom Rigi und aus der Umgebung.
Das passende Glas ist klein und hat eine Tulpenform oder gleich ein Nosing-Glas. Die Wölbung sammelt die Aromen, die enge Öffnung lässt sie nicht entweichen. Ein weites Glas gäbe sie zu schnell ab, ein Bierkrug verwischt sie ganz.
Die Temperatur liegt bei normaler Zimmerwärme, etwa 16 bis 20 Grad. Kälter dämpft der Brand sein Aroma, wärmer wird der Alkohol dominant. Man riecht erst, nimmt dann einen kleinen Schluck und lässt ihn kurz im Mund. Ein Glas Wasser danach hilft, das Aroma nachklingen zu lassen.
Beim Vergleich zweier Abfüllungen achtet man auf drei Dinge: wie lange der Geschmack nachhält, wie deutlich die Mandelnote hervortritt und ob die Frucht oder der Alkohol vorn steht. Mehr als zwei, drei Proben hintereinander ermüden die Nase, und ein Stück Brot oder ein Schluck Wasser dazwischen bringt sie zurück.