
Das Sherry-Dreieck
Region & Geschichte
Brandy de Jerez ist ein spanischer Weinbrand, der ausschließlich in Jerez de la Frontera, El Puerto de Santa María und Sanlúcar de Barrameda reift, drei Städten in der Provinz Cádiz an der andalusischen Atlantikküste. Wer Sherry kennt, kennt schon die Bühne: Fast alle Bodegas im Marco de Jerez, wie man den Raum um die drei Städte nennt, bauen Sherry und Brandy unter einem Dach aus, mit denselben Mitteln und denselben Leuten.
Das Brennen rund um Jerez reicht nach dem offiziellen Pflichtenheft bis in die Zeit der Araber zurück. Im 16. Jahrhundert begann der Aufschwung, als sich ein blühender Handel mit Weinbränden nach Europa entwickelte. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts, so beschreibt es dasselbe Dokument, entstand aus dem Transport in Eichenfässern der gereifte Brand, wie man ihn heute kennt.
Seit 1989 steht der Name als geschützte geografische Angabe im EU-Register. Rechtlich gehört Brandy de Jerez zur Kategorie Brandy oder Weinbrand und muss mindestens 36 % vol haben. Eine bestimmte Rebsorte schreibt die Angabe nicht vor. Geregelt ist vor allem, wo und wie der Brand altert: Reifung und Abfüllung sind an die drei Gemeinden gebunden, damit Klima und Keller zum Produkt gehören.
Was unterscheidet Brandy de Jerez von Cognac? Zuerst das Recht: Cognac ist ein Weindestillat der Kategorie 4 mit strengen eigenen Regeln, Brandy de Jerez ein Weinbrand der Kategorie 5. Dann das Fass, denn in Jerez lagerte vorher Sherry im Holz, und das schmeckt man.
Zu den bekannten Häusern zählen Osborne und González Byass, auch Lustau füllt einen Brandy de Jerez ab. Wie sich Cognac und Armagnac in der Brennerei unterscheiden, liest du im Vergleich der französischen Fassbrände.