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Essen & Brauchtum in der Region Mähren & Slowakei

Schlachtfest und Frgál

Essen & Brauchtum

Was isst man in Mähren zur Slivovice? Zum Schlachtfest, der zabijačka, kommen im Winter Nachbarn und Verwandte zusammen. Auf den Tisch kommen Jitrnice, eine Leberwurst mit Grütze, Jelita, die Blutwurst mit Grütze, Ovar, gekochtes Fleisch vom frisch geschlachteten Schwein, und die Schlachtsuppe. Zwischen den Gängen geht ein Gläschen Brand herum.

Warum passt das zusammen? Die Gerichte sind fett, salzig und kräftig gewürzt, ein klarer Brand mit Frucht und Steinton setzt dagegen einen trockenen Gegenpol. Ob er die Verdauung unterstützt, ist unbelegt; wichtiger ist die Wärme und die Gemeinschaft, die dazugehört.

Süß wird es mit dem Frgál, einem großen runden Kuchen aus der Walachei, der mit Pflaumenmus, Quark und Mohn belegt wird. Dazu kommen Švestkové knedlíky, Knödel mit Zwetschgenfüllung, und Povidla, das eingekochte Pflaumenmus, das in vielen Küchen im Herbst entsteht. Dass der Brand aus derselben Frucht stammt, ist kein Zufall: Was nicht in den Kessel geht, wird gekocht.

In der Slowakei stehen bryndzové halušky, Kartoffelnocken mit Schafskäse und gebratenem Speck, für die Küche, zu der die Slivovica aus der Pálenica gereicht werden kann. Die Frucht liegt als Gegengewicht zum Fett.

Slivovice begleitet in Mähren und der Slowakei die Familien: Hochzeiten, Geburten und Besuche gelten als Anlässe, bei denen sie auf den Tisch kommt, man spricht von einem Ritualgetränk. In Vizovice gibt es mit dem Trnkobraní ein Erntefest rund um die Pflaume, bei dem der Brand zur Region gehört. Auch heute kommt die Slivovice meist aus der Familie oder der Lohnbrennerei und nicht aus dem Supermarkt.

Dazu im Lexikon

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