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Region & Geschichte in der Region Kecskemét & Gönc

Sand und Aprikosen

Region & Geschichte

Kecskeméti Barackpálinka heißt der Aprikosenbrand rund um die Stadt Kecskemét in der Ungarischen Tiefebene, und sein Name steht seit 2003 im EU-Register der geografischen Angaben. „Barack“ meint hier die Aprikose, nicht den Pfirsich, der auf Ungarisch „őszibarack“ heißt. Wer Marillenschnaps oder Aprikosenschnaps kennt, kennt im Grunde die Verwandtschaft, nur dass der Brand in Ungarn Pálinka heißt.

Kecskemét liegt im Komitat Bács-Kiskun, im Zwischenstromland von Donau und Theiß, das die Ungarn Duna-Tisza köze nennen. Der Boden ist dort Flugsand, und genau der macht nach der Produktbeschreibung den Unterschied: Sand speichert wenig Wärme, strahlt tagsüber aber viel auf die Früchte zurück und kühlt nachts rasch ab. Auch Reifung, Ruhezeit und Abfüllung müssen in Kecskemét und Umgebung stattfinden.

Im Nordosten, im Hernádtal nahe der slowakischen Grenze, liegt Gönc. Der Ort ist durch seine Fässer bekannt, in denen traditionell Tokajer Wein gelagert und transportiert wurde. Der Gönci Barackpálinka steht seit 2008 im EU-Register, und die Aprikosen müssen aus den Gemeinden stammen, die für die Gönci Kajszibarack festgelegt sind.

Zwei weitere Namen gehören in die Reihe. Der Homokháti őszibarack pálinka, seit 2018 geschützt, kommt von den Sandböden um Mórahalom und Ásotthalom und wird aus Pfirsichen gebrannt. Die Nagykunsági szilvapálinka aus Pflaumen und die Nagykunsági birspálinka aus Quitten stammen aus der Nagykunság im Komitat Jász-Nagykun-Szolnok, beide seit 2016.

Den Rahmen setzt das ungarische Pálinka-Gesetz von 2008: Das Obst muss zu hundert Prozent aus Ungarn kommen, Zucker, Aroma und Fremdalkohol sind verboten, und mindestens 37,5 % vol sind Pflicht. Der Name Pálinka ist zudem gemeinsam mit Österreich geschützt, denn auch Marillenbrand aus Niederösterreich, Burgenland, Steiermark und Wien darf so heißen.

Dazu im Lexikon

Tresterbrand im Vergleich: Grappa aus Italien
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