
Aprikose der Tiefebene
Frucht & Rohstoff
Im Juli reifen die Aprikosen auf den Sandrücken zwischen Donau und Theiß, und für den Brand zählt dann nicht die schönste Frucht, sondern die reifste. Die Produktbeschreibung des Kecskeméti Barackpálinka verlangt, dass die angelieferten Früchte von einer einzigen Sorte stammen, im besten Reifezustand sind und frei von Fäulnis und Fremdkörpern.
Zugelassen sind unter anderem Magyar kajszi, Gönci Magyar kajszi, Pannónia, Ceglédi bíborkajszi und Bergeron, dazu weitere Sorten, die im Gebiet für den Anbau zugelassen sind. Eine Sorte trägt den Namen Gönc, eine andere den der Stadt Cegléd. Magyar kajszi heißt schlicht „Ungarische Aprikose“, und der Name zeigt, wie eng Frucht und Land zusammengehören.
Im Hernádtal bei Gönc setzt die Beschreibung auf Früchte mit viel Mineralstoffen, Zucker, Carotin und Fruchtsäure, geprägt von Klima und Boden. Daraus soll ein Brand mit ausgeprägtem Duft und kräftigem Geschmack entstehen. Auch hier dürfen nur Früchte aus den festgelegten Gemeinden in die Maische.
Weiter südlich, auf den Sandböden der Homokhátság, wachsen die Pfirsiche für den Homokháti őszibarack pálinka. Sie müssen aus festgelegten Gemeinden stammen, darunter Mórahalom, Ásotthalom, Domaszék, Zákányszék und Ruzsa. Neben der Aprikose hat die Tiefebene also auch eine eigene Pfirsich-Pálinka.
In der Nagykunság wachsen Pflaumen und Quitten für die beiden geschützten Pálinkas der Gegend. Der Törkölypálinka kommt dagegen aus dem Weinkeller: Er wird aus vergorenem Traubentrester gebrannt, ist also ein ungarischer Tresterbrand wie Grappa oder Marc, und steht seit 2008 im EU-Register.