
Glas und Aroma
Verkosten
Ins Glas gehört etwas Kleines, Schmales: ein Nosing-Glas oder eine Tulpe, die sich nach oben verjüngt und den Duft zusammenhält. Ein breites Schnapsglas lässt das Aroma entweichen. Gut ist ein Brand bei etwa Zimmertemperatur, leicht kühl vielleicht, denn zu kalt verschließt sich der Duft der Aprikose.
Zuerst wird gerochen, ohne das Glas ganz an die Nase zu setzen. Ein Barackpálinka riecht nach reifer Aprikose, oft mit Mandel oder Marzipan, der Kecskeméti eher weich und rund, der Gönci kräftiger und mit mehr Säure. Erst danach kommt ein kleiner Schluck, den man kurz im Mund behält. Ein Tropfen Wasser öffnet den Brand, wenn der Alkohol stört.
Der Homokháti őszibarack pálinka bietet dafür ein anderes Bild: reifer Pfirsich, Zitrus, ein Hauch Marzipan, dazu feine Gerbstoffe. Der Nagykunsági szilvapálinka riecht nach reifer Pflaume, bei Holzlagerung kommen Vanille und Würze dazu, die Quittenvariante duftet intensiv nach Blüte und Frucht.
Beim Törkölypálinka sucht man andere Töne: Traubenschalen, Kerne, eine kräuterige Würze, wenig süße Frucht. Wer einen Grappa oder Marc kennt, findet viele Verwandte. Er schmeckt in der Regel trockener als jeder Fruchtbrand, mit einem kernigeren Abgang.
Beim Kauf hilft ein Blick aufs Etikett: Pálinka muss als solche gekennzeichnet sein, mit mindestens 37,5 % vol, ein geschützter Name wie Kecskeméti Barackpálinka oder Gönci Barackpálinka zeigt die Herkunft. Ein Aprikosenbrand ohne diese Namen kann ebenfalls gut sein, ist aber dann kein Gebietsbrand.