
Demer & Lehmboden
Wasser & Klima
Durch Hasselt fließt der Demer, ein kleiner, ruhiger Fluss, der die Stadt in zwei Hälften teilt. Über Jahrhunderte gab er ihr den Takt vor, denn Mühlen, Wäschereien und Brennereien siedelten sich an seinen Ufern an. Das Umland ist flach bis leicht hügelig, mit sandig-lehmigen Böden, wie sie weite Teile Belgisch-Limburgs prägen.
Das Klima ist gemäßigt und feucht, mit milden Wintern und selten großer Hitze im Sommer. Für Roggen und Gerste, die Grundlage des Moutwijns, ist das ideal. Reichlich Regen bedeutet auch reichlich Grundwasser, und genau das brauchten Brennereien, die große Mengen zum Kühlen und Verdünnen einsetzten. Ohne diese stetige Versorgung wäre die dichte Ansiedlung an Brennereien in einer einzigen Stadt kaum möglich gewesen.
Wasser wird beim Brennen an einer Stelle wichtig, die selten Beachtung findet: beim Herabsetzen des frischen Destillats auf Trinkstärke. Weiches, mineralarmes Wasser löst sich klar mit dem Alkohol, während hartes Wasser das Destillat eintrüben und scharfe Nebentöne freisetzen kann. Genau dieses weiche Wasser lieferte die Region reichlich, ein stiller, aber entscheidender Vorteil für die Hasselter Brennereien.
Der Demer selbst ist heute eher ein Naherholungsort als ein Arbeitsfluss, doch sein ruhiger Lauf führt weiterhin mitten durch die Altstadt. Er erinnert daran, wie eng Wasser und Jenever hier einmal verbunden waren. Spaziergänger sehen am Ufer heute meist nur noch Enten und Angler, keine Dampfkessel mehr, und doch bleibt der Fluss der stille Lebensnerv der alten Brennerstadt.