
Moutwijn & Pot-Still
Brennen & Destillieren
Am Anfang jeder Hasseltse Jenever steht eine Maische aus Roggen und Gerste, die zunächst gemälzt und dann vergoren wird. Aus dieser Maische brennen die Destillateure den Moutwijn, den Malzwein, meist zwei- bis dreifach in kupfernen Brennblasen. So bringen sie Reinheit und Charakter in Einklang, ganz ähnlich wie bei der Herstellung von Whisky.
Erst danach kommt der Wacholder dazu, entweder direkt mitgebrannt oder als eigenes Destillat zugemischt. Wie viel Moutwijn am Ende in der Flasche steckt, entscheidet über den Stil des fertigen Getränks. Mehr Malzwein ergibt eine schwerere, kräftigere Jenever, weniger Malzwein und mehr neutraler Alkohol dagegen eine leichtere, modernere Version.
Für die geschützte Hasseltse Graanjenever gilt zusätzlich eine Reifepflicht: Der fertige Brand muss mindestens sechs Monate ruhen, bevor er verkauft werden darf. Verglichen mit Whisky oder Cognac klingt das kurz, es reicht aber, damit sich die schärfsten Kanten des jungen Destillats abrunden. Erst danach entfaltet der Moutwijn seinen vollen, brotigen Charakter, der später auch den Wacholder trägt.
Die gesetzliche Mindeststärke für Jenever liegt EU-weit bei 30 % vol, niedriger als bei Gin mit seinen 37,5 % vol. Die Hasselter Brenner nutzten früher meist einfache, direkt befeuerte Pot Stills aus Kupfer, wie sie auch das Jenevermuseum noch zeigt. Im Museum steht damit auch die Frage im Raum, warum Jenever anders schmeckt als Gin: Der Unterschied beginnt nicht beim Wacholder, sondern beim Malzwein, der in Hasselt immer zuerst gebrannt wird.