
Bar im Schwarzwald
Trinkkultur
Wer im Schwarzwald zum Gin Tonic greift, tut das selten allein am Tresen. Die Region lebt von Gasthöfen und Hotelbars. Wirte erzählen dort oft stolz, dass ihr Gin von nebenan stammt. Serviert wird meist im großen Ballonglas, das Wärme von der Hand fernhält. So bleibt den vielen Aromen Raum, sich zu entfalten.
Das Grundrezept bleibt einfach: Gin, Tonic Water, viel Eis, eine Zitrusschale oder ein paar Wacholderbeeren als Deko. Wichtiger als die Zutatenliste ist im Schwarzwald oft das Verhältnis. Wirte beraten dabei gerne, weil ein zu süßes Tonic die feinen Waldtöne schnell erschlägt.
In Loßburg selbst führt Black Forest Distillers durch die eigene Brennerei. Gäste probieren dort, was zu Hause im Ballonglas landet. Andernorts, etwa in Triberg oder rund um den Titisee, tragen Ausflugslokale den Gin eher als Randnotiz neben Kirschwasser und Bier.
Feste rund um den Gin, wie sie in London oder Berlin längst Tradition sind, gibt es im Schwarzwald bislang kaum. Stattdessen taucht der Gin oft am Rand von Wein- oder Schnapsfesten auf. Dort steht er als jüngerer Verwandter neben jahrzehntealten Kirschwasser-Sorten.
Wer eine Bar mit eigener Gin-Karte sucht, findet sie eher in größeren Städten am Rand der Region als mitten im Wald. Auf dem Land bleibt der Aperitif vor dem Essen die häufigste Gelegenheit. Meist reicht dafür ein einziges Glas vor dem Hauptgang, ehe man zu Wein oder Bier wechselt.