
Bars am Kai
Trinkkultur
Die vielleicht bekannteste Erfindung der Marine-Trinkkultur trägt Plymouth im Namen mit: Pink Gin. Offiziere der Royal Navy mischten Plymouth Gin im 19. Jahrhundert mit ein paar Tropfen Angostura-Bitter, wie es an Bord vieler Schiffe üblich war. Ursprünglich war das ein Magenmittel gegen Seekrankheit, kein Genussgetränk für den Abend an Land.
Aus der Medizin wurde ein Ritual, aus dem Ritual eine Bar-Klassik. Bis heute wird sie unter demselben Namen serviert, nur ohne den medizinischen Anspruch. Wer sie probiert, schmeckt vor allem, wie gut die erdigen Botanicals von Plymouth Gin mit der bitteren Würze der Angostura zusammenpassen.
Alltäglicher ist der Gin Tonic, auch in Plymouth die häufigste Art, Gin zu trinken. Serviert wird er meist in schlichten, geraden Gläsern, nicht in großen Ballon-Kelchen, wie sie anderswo modern geworden sind. In den engen Gassen der Barbican reihen sich Pubs und kleine Bars. Viele davon stehen in Gebäuden aus dem 17. und 18. Jahrhundert.
Die Black Friars Distillery betreibt direkt neben den Brennblasen eine eigene Bar. Dort werden auch alte Fassstärken zum Probieren ausgeschenkt. Feste rund um den Hafen, etwa Segelregatten und Hafenfeste im Sommer, bringen zusätzlich Publikum in die Barbican. Trotz des Tourismus hat das Viertel einen echten Werkstattcharakter behalten.
Anders als in Cocktailbars mit aufwendigen Techniken bleibt die Plymouth-Trinkkultur eher schlicht und bodenständig. Es gibt wenige, klare Drinks, dafür mit einer sehr langen Geschichte im Rücken, die bis zu den Kapitänen der Royal Navy zurückreicht. Kaum eine andere Hafenstadt lässt sich dabei so lückenlos zurückverfolgen.