
Wasser vom Dartmoor
Wasser & Klima
Nördlich von Plymouth erhebt sich das Dartmoor. Es ist ein Hochmoor aus Granit, Torf und rauem Gras, das seit Jahrhunderten das Wasser für die Stadt liefert. Regen versickert im Moor und sickert durch dicke Torfschichten. Irgendwann trifft er auf blanken Granit, der kaum Mineralien abgibt.
Das Ergebnis ist weiches Wasser mit sehr wenig Kalk. Es wird durch Torf gefiltert, nicht durch Kalkstein, wie es in vielen anderen Gin-Regionen üblich ist. Für Plymouth ist das kein Zufall, sondern Teil des Rezepts. Genau dieses Wasser wird seit 1793 benutzt, um den fertigen Brand von Fassstärke auf Trinkstärke herunterzusetzen.
Weiches Wasser löst die ätherischen Öle der Botanicals gleichmäßiger als hartes, kalkreiches Wasser. Der Gin bleibt beim Herabsetzen klar, statt sich milchig zu trüben. Gerade bei einem Gin mit vielen Wurzel- und Schalenölen wie Plymouth macht das einen hörbaren Unterschied im Glas.
Die Verbindung zwischen Moor und Hafenstadt ist alt und geht über den Gin hinaus. Schon Ende des 18. Jahrhunderts baute die Marine mit dem Devonport Leat einen künstlichen Wasserlauf. Er führte Dartmoor-Wasser über Kilometer zur Werft nach Devonport. Die Flotte war für lange Fahrten auf sauberes Trinkwasser angewiesen, und ein eigener Kanal war da sicherer als offene Brunnen in der Stadt.
So tragen Moor und Meer denselben Charakter in die Stadt. Am Kai herrscht ein raues, salziges Klima. Aus dem Landesinneren kommt dagegen weiches, mineralarmes Wasser. Beides zusammen prägt einen Gin, der eher rund und samtig schmeckt als hart und mineralisch, und der diesen Unterschied schon im ersten Schluck zeigt.