Region & Geschichte in der Region Highlands & Inseln

Kupfer & Kelp

Region & Geschichte

Auf Islay mischt sich der Geruch von Torfrauch mit Salzwasser. Aus der Bruichladdich Distillery an der Bucht von Loch Indaal kommt seit den frühen 2010er-Jahren ein Gin, der die Insel selbst zur Zutat macht. The Botanist trägt 22 wild wachsende Botanicals im Namen. Zwei pensionierte Islay-Botaniker sammeln sie von Hand.

Ihre Brennblase ist eine Kupfer-Rarität. Ein Lomond Still mit rund 11.600 Litern Fassungsvermögen, aus der stillgelegten Inverleven Distillery gerettet. Wegen seiner klobigen Form heißt sie „Ugly Betty“. Sie steht neben den Fässern der Whiskybrennerei, die seit 2001 wieder Rauch aus dem Schornstein schickt.

Weiter im Nordwesten liegt die Isle of Harris, mitten in den Äußeren Hebriden. Dort eröffnete 2015 eine Brennerei mit einem ungewöhnlichen Plan: Gin sollte die Kasse füllen, während der erste eigene Whisky reifte. Der Isle of Harris Gin läuft seit Dezember desselben Jahres vom Band. Zuckertang aus dem eigenen Meer bildet das Herzstück der Rezeptur.

Im Osten, in Speyside, dem Kernland des Whiskys, steht die Balmenach Distillery. Dort wird seit 2009 Caorunn gebrannt, benannt nach dem gälischen Wort für Vogelbeere. Die Brennerei nutzt eine Copper Berry Chamber aus den 1920er-Jahren. Ursprünglich sollte sie Duftöle für die Parfümindustrie gewinnen.

Schottlands Gin-Geschichte lief lange im Schatten des Whiskys. Erst die Craft-Welle der 2010er-Jahre trieb die Zahl der Brennereien im Land auf über 200. Ein gutes Drittel davon brennt heute auch Gin, oft als zweites Standbein neben dem reifenden Fass.

Heute ist Gin für viele Highland- und Inselbrennereien der schnelle Umsatz. Whisky braucht Jahre im Holz, Gin verkauft sich sofort. Und er ist eine Visitenkarte für das, was in Boden und Meer der jeweiligen Gegend wächst.

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