
Bar, Stadt, Glas
Trinkkultur
Schottland gilt weltweit als Whisky-Land. In vielen Pubs der Lowlands steht die Gin-Flasche noch neben einer langen Whisky-Karte, nicht davor. Das hat sich seit der Jahrtausendwende geändert. In Edinburghs Altstadt und Neustadt eröffneten Bars, die sich ganz dem Gin widmen, mit Dutzenden Sorten und eigenen Tonic-Empfehlungen für jede.
Zum Hendrick's aus Girvan gehört traditionell eine Scheibe Gurke, statt der sonst üblichen Zitrone oder Limette. Diese Serviervariante bewirbt die Marke selbst seit ihrer Einführung 1999. Inzwischen gilt sie in vielen Bars als eigener kleiner Standard.
Edinburgh Gin führt Besucher direkt an der eigenen Brennerei durch die Herstellung. Dort wird auch ausgeschenkt, nach Angaben des Unternehmens mit wechselnden saisonalen Gins. Manche davon schaffen es nie in den regulären Handel.
Serviert wird Gin Tonic heute meist im großen, bauchigen Ballonglas. Es lässt Raum für viel Eis und für die Aromen des Tonics. In älteren Häusern taucht daneben noch das kleinere, gerade Glas auf. Früher musste es für jeden Whisky und jeden Gin gleichermaßen herhalten.
Zum Jahreswechsel füllt das Fest Hogmanay die Straßen von Edinburgh, mit Umzügen und Feuerwerk bis weit nach Mitternacht, und in diesen Nächten füllen sich auch die Gin-Bars der Neustadt bis auf den letzten Stehplatz.
So trifft in denselben Straßen alte Whisky-Gewohnheit auf neue Gin-Bars, Seite an Seite in denselben Gebäuden. Beide bedienen sich am selben Kupfer, das nur wenige Kilometer weiter steht.