
Winterregen vom Tafelberg
Wasser & Klima
Der Tafelberg besteht aus Sandstein, der vor mehr als 500 Millionen Jahren aus Sand am Grund eines Urmeeres verdichtet wurde. Regenwasser sickert durch diesen Stein, wird dabei mechanisch gefiltert und bleibt fast mineralfrei, weil Sandstein kaum lösliche Salze abgibt. Genau dieses weiche Wasser läuft in den Bächen ab, die Kapstadt und Stellenbosch versorgen.
Ungewöhnlich für Südafrika ist der Zeitpunkt des Regens. Während das Land sonst überwiegend im Sommer Niederschlag bekommt, fällt er am Westkap im Winter, ein Mittelmeerklima mit trockenen, heißen Sommern und feuchten, milden Wintern. Genau dieser Winterregen hält den Fynbos am Leben und füllt die Stauseen, aus denen Brennereien ihr Wasser beziehen.
Beim Herabsetzen auf Trinkstärke, dem letzten Schritt vor dem Abfüllen, verdünnt destilliertes oder stark gefiltertes Wasser den hochprozentigen Brand auf meist 40 bis 43 Prozent Vol. Enthielte das Wasser viel Kalk oder Eisen, würde der Gin beim Verdünnen leicht trüb werden oder einen metallischen Nebengeschmack annehmen.
Weiches, sandsteingefiltertes Wasser vermeidet genau das. Es bindet sich sauber mit dem Alkohol, ohne die feinen Öle aus Buchu oder Honeybush zu verdrängen, die sich sonst an harte Wasserionen anlagern und ausflocken können. Brennereien am Kap werben deshalb ausdrücklich mit ihrer Nähe zum Tafelberg als Wasserquelle.
Stellenbosch liegt zusätzlich am Fuß von Granitbergen, deren Verwitterungsböden schon die Weinberge der Region tragen. Auch hier speist Winterregen die Flüsse, die durch die Weinlandschaft laufen, bevor Brennereien am Ortsrand sie für ihre eigene Produktion anzapfen.