
Kupfer aus Salt-River
Brennen & Destillieren
In Salt River stehen die beiden Kupferbrennblasen von Hope Distillery, Nummer 001 und 002. Sie stehen in einem früher heruntergekommenen Lagerhaus, das das Paar Beard und Lisk selbst hergerichtet hat. Kupfer bindet während des Brennens schwefelige Verbindungen, die sonst einen stechenden Geruch hinterlassen würden. Dadurch wird der Brand runder.
Als Basis dient meist neutraler Getreidealkohol, der von außerhalb zugekauft wird, ähnlich wie der Wacholder. Er wird mit den Botanicals in Wasser angesetzt oder mazeriert, bevor der Brennvorgang beginnt. So können sich die ätherischen Öle aus Buchu, Rooibos und Honeybush schon vor der Hitze lösen.
Manche Brennereien setzen zusätzlich einen Dampfkorb ein, einen Siebeinsatz oberhalb der Flüssigkeit, durch den Alkoholdampf beim Aufsteigen strömt. Zarte Botanicals wie Blütenteile hängen dort statt in der siedenden Maische. Ihr Aroma bleibt so feiner und weniger von Hitze verändert als beim direkten Mazerieren.
Der Rohbrand kommt mit deutlich über 60 Prozent Vol. aus der Blase und wird erst danach mit Wasser auf Trinkstärke gebracht. Die meisten Gins aus der Region liegen zwischen 40 und 43 Prozent Vol. Contract-Kunden von Hope Distillery lassen zum Teil eigene Rezepturen dort brennen, statt eine eigene Anlage zu bauen.
Diese Praxis, fremde Marken im Auftrag zu destillieren, ist am Kap üblich geworden. Die Zahl neuer Ginlabel wuchs schneller als die Zahl neuer Brennblasen. So teilen sich mehrere junge Marken dieselbe Kupferblase, ohne dass ihr Gin deshalb gleich schmeckt.