
Nebel und Bucht
Wasser & Klima
Die Bucht von San Francisco und der offene Pazifik prägen das Klima der ganzen Region. Die Sommer bleiben kühl und mild, die Winter selten wirklich kalt hier an der Küste. Fast jeden Abend zieht dichter Nebel vom Pazifik herein und verschwindet erst am Morgen wieder. Diese Bucht-Nebel-Maschine hält die Luft feucht, ohne dass dabei viel Regen fällt. So entsteht ein mildes Mikroklima, in dem Küstensalbei und kalifornischer Lorbeer gut gedeihen.
Alameda selbst liegt auf einer Insel mitten in der Bucht, ohne eigene große Quellen. Das Wasser für die Brennereien kommt aus dem kalifornischen Leitungsnetz, gespeist auch aus der Sierra Nevada. Dort, im Hetch-Hetchy-Stausee, sammelt sich Schmelzwasser, das über hunderte Kilometer durch Aquädukte in die Bay Area fließt. Es gilt in der Region traditionell als besonders weich und mild im Geschmack.
Nach dem Brennen liegt der Rohbrand oft bei 80 % vol oder mehr, viel zu stark zum Trinken. Erst das Herabsetzen mit Wasser auf Trinkstärke macht daraus überhaupt einen Gin. Meist landet der fertige Gin dabei irgendwo zwischen 40 und 45 % vol. Zu hartes, mineralstoffreiches Wasser kann die feinen, harzigen Noten von Douglasie oder Salbei überdecken. Weiches Wasser dagegen lässt diese feinen Aromen beim Verkosten deutlich klarer durchkommen.
So schließt sich in Kalifornien am Ende ein Kreis zwischen Klima und Wasser. Derselbe Nebel, der den Salbei an den Hängen über der Bucht feucht hält, prägt auch das Klima der Sierra Nevada. Dort entsteht das Wasser, das am Ende in derselben Flasche landet.