Brennen & Destillieren in der Region Kalifornien

Kupfer im Hangar

Brennen & Destillieren

St. George Spirits brennt seinen Gin in einer kupfernen Pot Still mit rund 1.500 Litern Fassungsvermögen. Die Anlage steht im selben Hangar in Alameda, in dem die Brennerei 1982 begann. Kupfer bindet beim Brennen unerwünschte Schwefelverbindungen und macht den Brand dadurch runder und sauberer. Eine reine Edelstahlanlage bietet diesen Effekt in der Form nicht.

Basis ist meist neutraler Getreidealkohol, den die Brennerei fertig zukauft, statt ihn selbst zu brennen. Das ist unter kalifornischen wie unter fast allen amerikanischen Gin-Herstellern seit Jahrzehnten üblich. Bei Dry Rye dagegen bildet eine eigene, selbst gebrannte Roggenspirituose die gesamte Basis. So steckt die würzige, leicht brotige Roggennote schon vor den Botanicals im fertigen Brand.

Für Terroir Gin arbeitet St. George Spirits gleichzeitig mit drei getrennten Verfahren. Douglasie und Küstensalbei werden getrennt in einer kleineren Anlage gebrannt, jeweils für sich. So überträgt sich die schwankende Stärke eines einzelnen Jahrgangs nicht auf den ganzen Ansatz. Frischer Lorbeer und Wacholder hängen dagegen in einem Dampfkorb über dem kochenden Alkohol. Dort nimmt nur ihr Dampf die Aromen auf, nicht die Flüssigkeit selbst. Die restlichen Botanicals, darunter wok-gerösteter Koriander, mazerieren direkt im Sud am Kesselboden.

Diese drei getrennt gewonnenen Ströme werden erst ganz am Ende zusammengeführt. In der Branche heißt dieses Vorgehen Mehrfachbrand, anders als beim einfacheren One-Shot-Verfahren. Dort liegen alle Botanicals von Anfang an gemeinsam im selben Kessel. So lässt sich beim Mehrfachbrand jede einzelne Zutat gezielt steuern. Nur wenige Gebäude weiter stellt Hangar 1 in Alameda Wodka her, keinen Gin, aber im selben ehemaligen Marinegelände.

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