
Douglasie und Salbei
Botanicals
Wer an Gin denkt, denkt zuerst an Wacholder aus den Hügeln Italiens oder Mazedoniens, denn in Kalifornien selbst wächst kaum wilder Wacholder in brauchbarer Menge. Die meisten kalifornischen Brennereien kaufen ihre Wacholderbeeren daher zu und setzen die eigene Handschrift bei den übrigen Botanicals.
Genau dort wird es eigenständig. St. George Spirits stellt in seinem Terroir Gin drei Pflanzen aus der eigenen Umgebung in den Mittelpunkt: Douglasie, kalifornischer Lorbeer und Küstensalbei. Die Douglasien-Triebe kommen frisch aus den Vorbergen der Sierra Nevada und geben harzige, waldige Töne, fast wie ein Spaziergang zwischen Nadelbäumen nach dem Regen.
Der kalifornische Lorbeer, ein Verwandter des Mittelmeer-Lorbeers, wächst wild in den Wäldern Nordkaliforniens und riecht intensiver als sein europäisches Pendant, mit einem menthol-ähnlichen, fast eukalyptusartigen Zug. Küstensalbei wiederum stammt von den trockenen Hängen direkt am Pazifik, erdig und harzig zugleich, eine Pflanze, die Nebel und Salzluft gewohnt ist.
Botanivore, die zweite große Gin-Linie von St. George, geht den umgekehrten Weg und setzt auf Fülle statt Fokus: 19 Botanicals, von Angelikawurzel über Kardamom bis Sternanis, dazu ungewöhnlich Zitrusgras-Hopfen. Dry Rye, die dritte Linie, baut stattdessen auf einer Roggenspirituose als Basis auf und bringt so eine würzige, brotige Grundnote mit, bevor die Botanicals überhaupt zum Zug kommen.
Zusammen zeigen die drei Gins, wie unterschiedlich sich „kalifornisch“ auslegen lässt: einmal als Landschaft im Glas, einmal als Botanik-Bibliothek, einmal als Frage nach der Basis selbst.
Flacher, durchlässiger Sandboden der Küstenhänge, in dem der Küstensalbei wächst.
Die Wurzel: Die Pflanze bildet flache, weit verzweigte Wurzeln, die den kurzen Nebel-Niederschlag der Nacht abfangen, bevor er in der Sonne verdunstet.