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Brennen in der Region Queensland: Bundaberg

Säule, dann Blase

Brennen

Brennt Bundaberg Rum in der Säule oder in der Pot Still? In beiden, und zwar nacheinander: Der erste Durchgang läuft in einer Säule, der zweite in einer Brennblase, in der jeweils nur eine Füllung auf einmal gebrannt wird.

In der Säule wird die vergorene Maische mit Dampf erhitzt. Der Alkohol steigt als Dampf nach oben, kühlt am Ende ab und tropft als Flüssigkeit heraus. Dieses Zwischenprodukt heißt „low wine“, also schwacher Wein, und enthält noch viel Wasser. Es wird gesammelt, bis genug für den zweiten Durchgang zusammengekommen ist.

In der Pot Still wird dieses Gemisch ein zweites Mal erhitzt. Brennblasen trennen weniger scharf als Säulen: Sie lassen mehr der schweren Aromastoffe ins Destillat, deshalb gelten Blasenbrände als körperreicher. Das Ergebnis ist der Rohrum, der anschließend ins Fass kommt. Man kann sich den Unterschied wie bei Sieben vorstellen: Eine Säule filtert in vielen Stufen fein, eine Blase in einer einzigen Stufe grob. Daher wirkt ein Säulenbrand sauber und leicht, ein Blasenbrand schwer und vollmundig.

Die Reihenfolge ist durchdacht: Die Säule liefert Menge und gleichmäßige Qualität, die Blase gibt dem Brand zusätzlichen Körper. Beides zusammen ergibt den Stil, den man bei Bundy kennt: rund, dunkel und süßlich nach Melasse. Weil beide Anlagen hintereinander arbeiten, durchläuft die Maische zwei verschiedene Trennverfahren, ehe der Brand sein Fass sieht; das gibt dem Brennmeister zwei Stellschrauben statt einer.

Je höher der Alkoholgehalt des Destillats, desto neutraler wird der Geschmack, weil weniger Aromastoffe mitkommen; nach EU-Recht muss Rum deshalb unter 96 % vol bleiben, damit er noch nach Rum schmeckt.

Unter der Marke erscheinen mehrere Qualitäten, von der einfachen Standardflasche bis zur Master Distillers’ Collective, die es seit 2011 gibt.

Dazu im Lexikon

Säule und Blase im StilvergleichWie stark darf Rum sein?
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