
Zweimal gereift
Fass & Klima
Wie reift Planteray Rum aus Barbados? Nach Angaben des Hauses Maison Ferrand in zwei Schritten: Zuerst liegt der Rum in Fässern auf Barbados, später wird er in Frankreich ein zweites Mal ausgebaut, in Cognac-Fässern. Die Zweitreifung gehört zur Idee der Marke und unterscheidet sie von Rum, der ausschließlich in seiner Heimat reift.
Die erste Reifung geschieht im Tropenklima. Warme Luft treibt Alkohol und Wasser durch das Holz, und der Rum nimmt schnell Farbe und Aroma des Fasses auf. Der Preis dafür heißt Verdunstung: Der Anteil, der aus dem Fass verschwindet, der Angel's Share, liegt in tropischen Lagern um ein Vielfaches höher als in Schottland, oft bei etwa acht Prozent im Jahr.
Eine Faustregel, die oft genannt wird, lautet: Ein Jahr in den Tropen entspricht drei Jahren in Europa. Sie stammt aus dem Marketing und stimmt chemisch nicht genau, denn Verdunstung und Holzreaktionen laufen unterschiedlich schnell.
In der gemäßigten Zone Frankreichs laufen die Vorgänge langsamer. Der Rum verliert weniger, nimmt die Note des Cognac-Fasses auf und rundet sich. Welches Fass und wie lange, entscheidet der Hersteller; eine einheitliche Vorschrift dafür gibt es bei Rum nicht.
Wie alt ist ein Rum, auf dessen Etikett eine Zahl steht? In der EU muss sich die Altersangabe auf den jüngsten Anteil im Verschnitt beziehen. Steht dort zehn Jahre, ist selbst das jüngste Fass mindestens zehn Jahre alt, ältere Anteile können dabei sein. Das gilt auch für Rum aus Barbados, für den es keine eigene geschützte Herkunftsregel gibt.