
Weich, gemischt
Rumstil
Was ist Rum aus Barbados, und wie unterscheidet er sich von Rum aus Jamaika? Der Barbados-Stil ist der des weichen Melasserums: Säule und Pot Still werden gemischt, die Gärung ist kurz, das Fass gibt Vanille und Toffee. Jamaika setzt dagegen auf lange Gärung und viel Ester, also auf Frucht und Wucht.
Wer den Unterschied sucht, findet ihn schon beim ersten Riechen. Jamaika duftet nach reifer Banane und Lösungsmittel, Barbados nach Karamell, Orangenschale und Holz. Rum aus Guyana, gebrannt in Holzbrennblasen, schmeckt dunkler und schwerer. Ein Vergleich dieser drei Inseln zeigt, was die Brennblase ausmacht.
Der zweite Stil in Bridgetown ist der Weißrum. Ein weißer Rum aus Barbados ist nicht automatisch ungereift: Viele werden gereift und danach mit Aktivkohle entfärbt, damit sie klar bleiben. Umgekehrt kann ein dunkler Rum jung sein und seine Farbe aus Zuckerkulör haben. Die Farbe sagt nichts über das Alter.
Eine dritte Spielart bringt die Zweitreifung nach Art von Planteray: Barbados-Destillat, das nach der tropischen Reifung in französischen Cognac-Fässern nachreift. Nach Angaben des Hauses wird er dadurch runder, mit Trockenfrüchten und Gewürz. Gelegentlich wird solcher Rum auch leicht gesüßt, die EU erlaubt bis zu 20 Gramm Zucker je Liter.
Die beiden Steckbriefe fassen die Leitstile von Bridgetown zusammen. Sie zeigen Spannen für Alkohol und Reife, wie sie bei üblichen Abfüllungen vorkommen. Der Barbados-Stil gilt als zugänglich, weil er wenig Schärfe und keine auffälligen Lösungsmittelnoten mitbringt, und deshalb eignet er sich auch für Cocktails.
Barbados Blend (Säule + Pot Still)Melasse · Brennblase und Kolonne
- Alkohol
- 40–50 % vol
- Reife im Fass
- 3–15 Jahre
Weich und rund, Vanille, Toffee, getrocknete Früchte, Orangenschale; milder Abgang.