
Caipirinha und feijoada
Essen & Trinkkultur
Das Nationalgetränk heißt Caipirinha. Nach dem Rezept der International Bartenders Association gehören zu 60 Milliliter Cachaça eine in Stücke geschnittene Limette und vier Teelöffel weißer Rohrzucker. Beides wird im Glas vorsichtig zerdrückt, dann folgen gestoßenes Eis und die Cachaça. Der Name leitet sich von caipira ab, dem Wort für Landbewohner.
Wo die Caipirinha entstand, bleibt offen. Eine verbreitete Darstellung nennt das Hinterland von São Paulo und das Jahr 1918, belegt ist das nicht lückenlos. Gängig ist die Tahiti-Limette, die IBA-Rezeptur nennt sie Persian Lime. Mit Wodka statt Cachaça heißt der Cocktail Caipiroska, mit Rum Caipirissima. Wer sie zu Hause zubereitet, braucht ein Gefühl für den Zucker: Mehr macht sie milder, weniger lässt die Säure der Limette vorn.
Zum Essen gehört in Brasilien die feijoada, ein Eintopf aus schwarzen Bohnen mit Schweinefleisch und Würsten, dazu Reis, Grünkohl und Orangenscheiben. Der Eintopf ist fett und salzig; Limette und die Frische einer jungen Cachaça halten dagegen. Deshalb steht neben der feijoada oft eine Caipirinha.
Minas Gerais, zu dem Salinas gehört, hat eine eigene Küche: pão de queijo, kleine Brötchen aus Maniokstärke und Käse, und den feijão tropeiro mit Bohnen, Maniokmehl und Speck. In den botecos, den einfachen Kneipen, gehört die lokale Cachaça zum Angebot.
Neben der Caipirinha gibt es die batida, einen Cocktail aus Cachaça, Fruchtsaft oder Kokosmilch und Zucker. Zu den Festas Juninas, den Festen im Juni, wird quentão ausgeschenkt, ein heißes Getränk aus Cachaça mit Ingwer, Zucker und Gewürzen.
Zu den Ritualen zählt ein Brauch, den die Überlieferung kennt: Ein erster Tropfen wird für die Heiligen auf den Boden gegossen. In Kneipen kommen zum Getränk oft tira-gosto, kleine Häppchen wie frittierter Maniok oder Käsewürfel.