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Verkosten in der Region Brasilien: Cachaça

Pur oder verdünnt

Verkosten

Wie schmeckt Cachaça pur? Eine ungereifte Cachaça duftet nach frisch gepresstem Zuckerrohr, nach Gras und grüner Banane, manchmal nach Zitrusschale; am Gaumen wirkt sie leicht, mit einem kurzen, leicht scharfen Abgang. Gereifte Stücke tragen Vanille, Zimt oder geröstete Nüsse, die Süße des Rohrs tritt zurück. Die Farbe sagt wenig: Bei einer envelhecida darf Zuckerkulör die Farbe angleichen.

Als Beispiel für den Holzstil dient Avuá: Die Marke füllt nach eigenen Angaben eine Cachaça ab, die bis zu zwei Jahre in Bálsamo-Holz reift, und eine zweite in Amburana. Das Holz färbt den Bálsamo dunkel, fast burgunderrot, die Amburana-Version gilt als bernsteinfarben und gewürzbetont. Wer nur Caipirinha kennt, erlebt hier eine ganz andere Cachaça.

Für Herkunft stehen Paraty und Salinas. Aus Salinas stammt unter anderem die Marke Havana von Anísio Santiago; aus Paraty kommen Hersteller, die ihre Cachaça unter der geschützten Herkunftsangabe füllen. Welche Flasche dir begegnet, hängt vom Händler ab; das Etikett nennt Ort und Brennerei, dort lohnt der Blick.

Ein Nosing-Glas oder ein tulpenförmiges Glas mit engerem Rand bündelt die Aromen besser als ein Tumbler. Zimmertemperatur reicht, gekühlt schließt sich der Duft. Zuerst nur kurz riechen, dann einen kleinen Schluck nehmen. Ein paar Tropfen Wasser öffnen stärkere Abfüllungen, bei 38 bis 40 Prozent ist das kaum nötig. Wer vergleichen will, probiert eine branca und eine envelhecida direkt nacheinander, am besten mit einem Schluck Wasser dazwischen.

Beim Vergleichen helfen drei Fragen: Wie riecht das Rohr oder Holz, wie fühlt sich die Cachaça im Mund an, und wie lang bleibt der Abgang? Kupfer-Cachaça wirkt dabei oft öliger als die aus der Kolonne. Eine adoçada fällt durch ihre Süße auf und lässt sich nicht an trockenen Vertretern messen.

Dazu im Lexikon

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