
Ruhig und weich
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Wie schmeckt Rum aus dem Cibao? Meist weich und rund, mit Vanille, Karamell und gebackener Frucht, dazu ein Hauch von Orangenschale und Holz. Scharfe Kanten oder wuchtiger Funk sind selten, eher fällt auf, wie ruhig der Rum im Mund liegt. Im Abgang bleiben meist Holz, etwas Süße und eine leichte Wärme zurück, die nicht lange nachbrennt.
Als Beispiele eignen sich vier Abfüllungen. Brugal Extra Viejo steht für den klassischen Premiumrum des Hauses, der Brugal 1888 für die doppelt gereifte Variante. Bei Bermúdez zeigt Aniversario den Hausstil, Don Armando die ältere, in Eiche gereifte Linie bis zu zehn Jahren.
Ein tulpenförmiges Nosing-Glas bündelt die Aromen besser als ein breiter Tumbler. Zimmertemperatur reicht, denn Kälte dämpft Vanille und Frucht. Zuerst riecht man mit offenem Mund am Glas, damit der Alkohol nicht die feinen Töne überdeckt, danach folgt ein kleiner Schluck.
Pur zeigt sich der Rum so, wie das Haus ihn abfüllt, mit allem, was Fass und Mischer hineingelegt haben. Zwei, drei Tropfen Wasser öffnen ihn, weil sie den Alkoholeindruck mildern und Aromen freilassen. Bei weißem Rum lohnt sich die umgekehrte Reihenfolge: erst mit Wasser, dann pur, um zu sehen, wie viel Süße der Filter übrig lässt.
Wer mehrere Rums nebeneinander verkostet, beginnt mit dem jüngsten und leichtesten und endet beim ältesten. Kurze Notizen zu Geruch, Geschmack und Abgang helfen dabei, den Unterschied zwischen dem weichen Cibao-Stil und kräftigeren Nachbarn später zu benennen.