
Zwölf Monate Eiche
Fass & Klima
Zwölf Monate sind die Untergrenze: Die Herkunftsbezeichnung Ron Dominicano verlangt, dass der Rum mindestens ein Jahr ununterbrochen im Eichenfass im Land reift. Auf Etiketten steht dafür oft „añejo“, spanisch für gealtert.
Die Mitglieder des Branchenverbands Adopron lagern nach eigenen Angaben mehr als 300 000 Fässer. Daraus stellen die Blender ihre Mischungen zusammen, und je größer das Lager, desto gleichmäßiger lässt sich eine Linie über Jahre halten.
In den Lagerhäusern ist es warm, und in der Wärme arbeitet das Holz schnell. Der Rum zieht in die Fasswand und wieder heraus und nimmt Vanille, Karamell und Röstaromen auf. Er verliert dabei Volumen: Pro Jahr verdunsten oft um die acht Prozent, ein Vielfaches des schottischen Werts.
Wie alt ein Rum ist, sagt das Etikett nur, wenn eine Zahl darauf steht. In der EU gilt sie für den jüngsten Anteil der Mischung. Begriffe wie Añejo, Reserva oder Gran Añejo sind Handelsbegriffe ohne einheitliche Norm. Und eine Zahl neben dem Wort Solera meint den ältesten Anteil, nicht das Alter der Flasche.
Gereift wird überwiegend in Fässern aus Weißeiche. Ein Haus verschneidet Rums unterschiedlichen Alters zu einer Linie, deren Geschmack nicht von der einzelnen Charge abhängen soll. So entsteht ein Rum, dessen Reife man schmeckt, ohne dass sie an einem einzigen Fass hängt. Auf der Flasche darf die Herkunftsbezeichnung nur stehen, wenn Gärung, Brennen und Reifung im Land stattgefunden haben.