
Ron añejo
Rumstil
Der Leitstil des Südostens heißt ron añejo, gealterter Rum aus Melasse, weich und rund, mit wenig Kanten. Unter der Herkunftsbezeichnung Ron Dominicano fällt er in die Klasse mit mindestens einem Jahr Eiche. Er gehört zum spanischen Stil, den man ebenso in Kuba, Puerto Rico, Venezuela und Panama findet.
Im Glas riecht ein solcher Rum nach Vanille, Karamell, Toffee und getrockneten Früchten, dazu etwas Holz. Süße Noten stehen vorne, Gerbstoffe und Schärfe halten sich zurück.
Gegenüber Jamaika-Rum fehlt die Fruchtwucht aus Pot Still und langer Gärung. Gegenüber Rhum Agricole fehlt das Grasige, weil kein frischer Zuckerrohrsaft vergoren wird. Was bleibt, ist ein Rum ohne scharfe Kanten, der sich auch in Mischgetränken behauptet.
Die Mindestreife von einem Jahr verbindet ihn mit Puerto Rico. Dort steht sie im Gesetz, hier in der Herkunftsbezeichnung Ron Dominicano. Ron Barceló in Santo Domingo zeigt den Stil in mehreren Stufen: Blanco ist die hellste und leichteste, Dorado liegt dazwischen, Añejo trägt am meisten Fass.
Viele Rums dieses Stils sind leicht gesüßt, in der EU höchstens mit 20 g je Liter. Auf dem Etikett steht der Zuckergehalt nicht, denn Getränke über 1,2 % vol sind von der Zutatenliste befreit. Wer die Süße einordnen will, hilft sich mit dem Vergleich mehrerer Rums nebeneinander.
Die Unterschiede innerhalb des Stils sind klein und liegen in Dauer und Art der Reifung, in der Mischung der Fässer und im Grad der Filterung. Ein heller Blanco und ein dunkler Gran Añejo teilen dasselbe leichte Destillat. Was sie trennt, ist die Zeit im Holz und die Arbeit der Blender, die aus vielen Fässern eine gleichbleibende Linie mischen.
Dominikanischer Ron añejoMelasse · Kolonne
- Alkohol
- 37,5–40 % vol
- Reife im Fass
- 1–25 Jahre
Weich und rund, Vanille, Karamell, getrocknete Früchte; leichter Körper, oft leicht gesüßt.