
Marque, Pot, Säule
Rumstil
Was ist ein Marque? Das Wort, englisch geschrieben und französisch angelehnt, meint bei Demerara Rum das Herkunftszeichen einer Brennblase. Jede Blase eines Guts lieferte einen eigenen Rum, und dessen Kürzel kam auf die Fässer: PM für Port Mourant, VSG für Versailles, EHP für Enmore. Die Kürzel waren zuerst Arbeitsmittel von Gut und Verschneider und wurden erst später zu Marken für Kenner.
Der erste Leitstil kommt aus den Holz-Pots. Port Mourant und Versailles liefern schweren Rum, nach der Spezifikation mehr als 300 Gramm Begleitstoffe je Hektoliter reinen Alkohols. Verkoster beschreiben ihn als ölig, dunkel und rauchig, mit Teer, Lakritz und reifer Frucht. Er ist kein Jamaika-Rum mit seiner leuchtenden Fruchtigkeit, sondern wirkt eher schwer, rund und tief.
Der zweite Leitstil kommt aus den Säulen, also aus Enmores Holz-Coffey und der Savalle von Uitvlugt. Er ist leichter bis mittelschwer, trockener und würziger, mit weniger Wucht. Viele Verschnitte aus Guyana bauen auf ihm auf, weil er sich gut mit den schweren Marken mischen lässt, ohne sie zu erdrücken.
Auch der Navy Rum hat hier eine Spur. In einer Einkaufsliste der Admiralität von 1944 stehen sechs Demerara-Marken, darunter Port Mourant, für die ein Aufschlag von zwei Pence je Gallone gezahlt wurde. Heutige Navy-Verschnitte wie Pusser's mischen mehrere westindische Rums, ein Anteil aus Guyana gilt dabei als typisch. Als Navy Strength bezeichnet man umgangssprachlich rund 57 Prozent Alkohol.
Wer die Nachbarn vergleicht, erkennt die Eigenart. Barbados verschneidet Pot und Säule zu einem glatten, weichen Stil, Jamaika setzt auf Ester in großer Menge. Demerara steht dazwischen und hat doch eine eigene Handschrift: Holz, Rauch, dunkle Frucht, mit einem Teeranteil, den man anderswo selten findet.
Demerara Holz-Pot (schwer)Melasse · Brennblase
- Alkohol
- 40–60 % vol
- Reife im Fass
- 0–25 Jahre
Schwer, ölig, dunkle Frucht, Teer und Rauch; gebrannt in Greenheart-Holz.