
Kupfer und Säule
Brennen
In Worthy Park steht eine Pot Still mit zwei Retorten von Forsyths, einer Kupferschmiede aus Schottland. Der Kupferkessel brennt Charge für Charge. Hinter ihm hängen zwei kleinere Gefäße, die Retorten, in denen Dampf und Flüssigkeit noch einmal aufeinandertreffen, sodass schon ein einziger Durchgang ein hochprozentiges Destillat liefert.
Aus solchen Brennblasen kommt Rum-Bar Overproof. Nach Angaben des Handels besteht er aus drei ungereiften Pot-Still-Rums und wird mit 63 % vol abgefüllt. Es war der erste Rum des neuen Brennhauses und kam 2007 auf den Markt, gebrannt auf dem Gelände des Zuckerbetriebs.
Clarendon hat beide Brennweisen unter einem Dach. Im älteren Teil stehen zwei Pot Stills, im neueren Säulenanlagen. Die Säule läuft ohne Pause, trennt den Alkohol sauberer von den Begleitstoffen und liefert einen leichteren Brand als der Kessel. Was die Brennerei zu welchen Anteilen liefert, richtet sich nach den Aufträgen ihrer Abnehmer, denn der größte Teil geht als Bulk-Rum an andere Marken. Die Fachpresse nennt Captain Morgan als einen von ihnen.
Seit 2012 füllt Clarendon einen kleinen Teil unter eigener Marke ab. Monymusk heißt dieser Rum, und er war die erste Abfüllung der Brennerei unter eigenem Namen.
Auch in New Yarmouth arbeiten Kupferbrennblasen und Säulen zusammen. Die Jamaika-Herkunftsbezeichnung erlaubt ausdrücklich Pot Still, Säule und deren Mischung. Nach Herstellerangaben fließt für Wray & Nephew White Overproof Wasser durch jamaikanischen Kalkstein in den Rum, bevor er mit 63 % vol, also 126 Proof nach US-Zählung, abgefüllt wird.