
Bourbon, Tropen, Zahl
Fass & Klima
In welchen Fässern reift Appleton Estate? Nach Angaben des Hauses in Fässern aus amerikanischer Weißeiche, die zuvor Bourbon enthielten. Das Holz gibt Vanille und Gewürz ab, ohne den Rum zu überdecken. Die Jamaika-Herkunftsangabe lässt Fässer bis 250 Liter zu und verlangt, dass die Reifung auf der Insel stattfindet.
Das Klima beschleunigt die Arbeit des Holzes. Das Haus sagt, Rum reife in den Tropen etwa dreimal so schnell wie in kühlerer Umgebung. Diese Faustregel wird oft genannt, chemisch lässt sie sich aber nicht eins zu eins nachrechnen.
Der Preis ist der Angel’s Share, der Teil, der durch das Holz verdunstet. Die Fachpresse nennt für die Karibik sieben bis zehn Prozent im Jahr, in Schottland sind es etwa zwei. Wer zwölf Jahre wartet, hat am Ende deutlich weniger Rum im Fass als am Anfang.
Joy Spence und ihr Team wählen nach Angaben des Hauses jedes Fass einzeln aus. Aus Fässern unterschiedlichen Alters entsteht der Verschnitt. Was auf dem Etikett steht, richtet sich nach der EU-Regel, dass nur das Alter des jüngsten Anteils genannt werden darf.
Ein Appleton Estate 12 Years Rare Casks besteht nach Angaben des Hauses aus Rums von mindestens zwölf Jahren. Dunkel heißt nicht alt: Zuckerkulör, nur zur Farbanpassung erlaubt, färbt auch junge Rums. Das Alter verrät allein die Zahl auf der Flasche. Wer Flaschen vergleichen will, schaut deshalb auf die Zahl und nicht auf die Farbe.