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Region & Geschichte in der Region Havanna, Mayabeque & Matanzas

Zucker, Marke, Streit

Region & Geschichte

Der Havana Club ist die bekannteste Rummarke Kubas, und seine Geschichte beginnt nicht in Havanna, sondern in Cárdenas, einer Hafenstadt an der Nordküste der Provinz Matanzas. Dort betrieb die Familie Arechabala eine Brennerei, nach verbreiteter Angabe seit 1878. 1934 brachte sie die Marke Havana Club heraus und verkaufte den Rum in Kuba und in den USA.

Das Land rund um Havanna und Matanzas lebte im 19. Jahrhundert vom Zucker. Auf den Plantagen arbeiteten versklavte Menschen aus Afrika, sie schnitten das Rohr und hielten die Mühlen in Gang. Die Sklaverei endete auf Kuba erst 1886. Aus der Melasse, die in den Zuckerfabriken zurückblieb, wurde Rum gebrannt.

1960 enteignete der kubanische Staat die Firma Arechabala, und große Teile der Familie verließen die Insel. Der Name Havana Club blieb im Land. Die Brennerei in Santa Cruz del Norte, östlich von Havanna im heutigen Mayabeque, entstand 1970 und lieferte bis 2007 die gesamte Produktion der Marke.

Wem gehört Havana Club heute? Das hängt vom Land ab. Seit 1993 gibt es ein Gemeinschaftsunternehmen aus der kubanischen Corporación Cuba Ron und dem französischen Konzern Pernod Ricard, das die Marke weltweit vertreibt, auch in Deutschland. In den USA verkauft Bacardí einen eigenen Havana Club aus Puerto Rico und beruft sich auf Rechte, die es 1994 von der Familie Arechabala kaufte. Ob die Marke 1973 verfiel, ist der Kern eines Streits, der bis heute vor Gericht liegt.

Zwei Brennereien in Mayabeque gehören zum staatlichen Unternehmen Corporación Cuba Ron. Die jüngere steht in San José de las Lajas und kam 2007 hinzu. Den Namen „Cuba“ hat Kuba national seit dem 2. April 2010 als Herkunftsangabe schützen lassen. Der Antrag auf EU-Schutz wurde 2023 im Amtsblatt veröffentlicht, eingetragen ist der Name bisher nicht.

Dazu im Lexikon

Rum aus Kuba im Vergleich mit Barbados und GuyanaWas Rum rechtlich überhaupt ist
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