
Saft oder Melasse
Rumstil
Zwei Leitstile treffen an dieser Küste aufeinander. Der eine entsteht aus frischem Zuckerrohrsaft und heißt Rhum agricole, der andere aus Melasse und Sirup der Zuckerfabrik und heißt Rhum de sucrerie, im Fall von Le Galion Rhum de la Baie du Galion.
Der Rhum agricole der AOC riecht und schmeckt nach Gras, Zuckerrohr, Pfeffer und Blüten, wenn er jung ist. Mit den Jahren im Eichenfass kommen Holz, Vanille und Gewürze dazu, doch unter dem Holz bleibt das Rohr spürbar. Die Regeln halten Zusätze klein, und das Ergebnis schmeckt nach dem Rohr statt nach Zutaten.
Die Zahlen zeigen, wie das zusammenpasst. Der Agricole blanc hat meist 40 bis 55 % vol und kommt ungereift in die Flasche, der vieux liegt je nach Abfüllung drei bis etwa fünfzehn Jahre im Fass, der Grand arôme meist nur wenige Jahre oder gar nicht. Saint-James, JM und Le Galion liegen nah beieinander und haben doch drei Handschriften.
Der Rhum de sucrerie der Baie du Galion kennt drei Kategorien: blanc, brun und grand arôme. Der Grand arôme ist die kräftigste, sie schmeckt nach gekochtem Zuckersirup und Rumbaba und dient oft als Aromaträger im Verschnitt und im Backwerk.
Auf Guadeloupe darf ein Haus Agricole oder Sucrerie brennen, auf Martinique steht nur der Saftrum unter der AOC. Der Unterschied ist im Glas schnell zu erkennen: Agricole riecht frisch, grün und trocken, Grand arôme süß, dunkel und schwer.
Rhum agricole blanc (Martinique AOC)Zuckerrohrsaft · Kolonne
- Alkohol
- 40–55 % vol
- Reife im Fass
- 0 Jahre
Frisch und grasig, Zuckerrohr, weiße Blüten, Pfeffer; klar und üblicherweise ungesüßt.