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Region & Geschichte in der Region Mauritius: Grays & der Norden

Zuckerinsel im Norden

Region & Geschichte

Woher kommt der Rum von Mauritius, und warum steht dahinter so oft ein Zuckerkonzern? Die Antwort beginnt in Pamplemousses im Norden der Insel. Auf dem Domaine de La Villebague soll 1740 die erste Zuckermühle von Mauritius gestanden haben, drei Jahre später folgte die erste Rumbrennerei. So erzählt es das Unternehmen Grays; von außen lässt es sich kaum überprüfen.

Zucker bedeutete auf Mauritius jahrzehntelang Zwangsarbeit. Auf den Feldern und in den Mühlen schufteten versklavte Menschen, die aus Afrika und Madagaskar auf die Insel verschleppt worden waren. Als Großbritannien die Sklaverei beendete, suchten die Pflanzer Ersatz und fanden ihn in Indien. Am 2. November 1834 gingen die ersten 36 Vertragsarbeiter an Land, sie kamen mit dem Schiff Atlas.

Zwischen 1834 und 1920 erreichten fast eine halbe Million Vertragsarbeiter aus Indien die Insel über Port Louis, manche reisten von dort weiter nach Réunion oder in andere Länder. Das Depot, in dem man sie abfertigte, heißt Aapravasi Ghat und ist seit 2006 UNESCO-Welterbe. Offiziell war es freie Arbeit, geregelt durch Verträge, die über Jahre banden.

Die Brennerei von Grays wurzelt in dieser Zuckerwelt. 1931 kaufte Harel Frères die Mauritius OK Distillery und verlegte deren Anlagen nach Solitude bei Triolet. Harel Frères heißt heute Terra und gehört zu den großen Zuckerproduzenten der Insel. 2004 gründete Grays mit dem Partner Quartier Français ein Gemeinschaftsunternehmen, das hochwertige Rums unter dem Namen New Grove abfüllt.

Einen geschützten Herkunftsnamen hat Rum von Mauritius im EU-Register nicht. Es gelten die allgemeinen Regeln: Melasse, Sirup oder Saft als Grundlage, mindestens 37,5 Prozent Alkohol, keine Aromen. Im Norden stehen beide Wege nebeneinander, die Melasse von Grays und der Zuckerrohrsaft vom Domaine de Labourdonnais, das nach eigenen Angaben 1774 gegründet wurde.

Dazu im Lexikon

Was Rum nach EU-Recht istWie viel Zucker im Rum steckt
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