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Region & Geschichte in der Region Österreich: Inländerrum

Rum ohne Kolonie

Region & Geschichte

Ist Inländerrum echter Rum? Die Antwort beginnt im alten Habsburgerreich, das keine Kolonien mit Zuckerrohrfeldern besaß. Rum war ein begehrter Geschmack, aber ein teures Importgut, also bauten Brenner und Händler ihn nach, so gut es ging.

Dieser frühere Kunstrum bestand aus verdünntem Sprit, Rumessenz und Zuckercouleur. Amtlich beschrieben wurde der Inländerrum erstmals im Codex alimentarius Austriacus, Band III, erschienen 1917 in Wien, damals mit mindestens 40 Prozent Alkohol, nachdem die Vorarbeiten von 1891 bis 1898 gelaufen waren.

Zum Gesicht des Inländerrums wurde die Firma Stroh. Nach Angaben des Hauses begann Sebastian Stroh 1832 in St. Paul im Lavanttal zu brennen, seine Witwe Maria Stroh führte das Geschäft in Klagenfurt weiter, wo das Unternehmen bis heute sitzt.

Der große Einschnitt kam mit dem EU-Beitritt Österreichs 1995. Für Inländerrum galt eine Übergangsfrist, sie endete am 31. Dezember 1998. Seit dem 1. Januar 1999 besteht das Getränk ausschließlich aus Rum-Alkohol aus Zuckerrohr, ergänzt um Inländerrum-Essenz, die selbst aus Rumdestillat entsteht, Fremdalkohol ist seither ausgeschlossen. Wer heute liest, Inländerrum werde aus Rüben oder Kartoffeln gebrannt, beschreibt die Zeit davor.

Der Rumanteil hat eine Vorgeschichte, die weit weg von Kärnten spielt. Zuckerrohr wurde über Jahrhunderte auf Plantagen von versklavten Menschen angebaut und verarbeitet, und aus der Melasse entstand eine Handelsware des Atlantikhandels.

Seit dem 13. Februar 2008 steht „Inländerrum“ als geografische Angabe im EU-Register, eingeordnet unter den sonstigen Spirituosen. Destillation und Fertigstellung müssen in Österreich stattfinden, der Alkoholgehalt liegt bei mindestens 38 Prozent. Rum im Sinne der EU ist das Getränk dennoch nicht, denn es wird aromatisiert.

Dazu im Lexikon

Was Rum nach EU-Recht istWarum aromatisierter Rum kein Rum heißt
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Bilder mit KI erstellt · Texte KI-gestützt, redaktionell geprüft