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Region & Geschichte in der Region Madeira

Weißes Gold

Region & Geschichte

Rum da Madeira kommt von einer Insel, die im 15. Jahrhundert für ihren Zucker berühmt war. Um 1425 kamen Setzlinge aus Sizilien auf die Insel, in der Zeit Heinrichs des Seefahrers. Binnen weniger Jahrzehnte wurde Madeira nach Darstellung von Historikern zum größten Zuckererzeuger Europas, und der Zucker hieß damals „weißes Gold“.

Das Rohr brauchte Wasser, und das lag oft weit entfernt von den Feldern. Also baute man Levadas, schmale Bewässerungskanäle, die am Hang entlanglaufen, und Terrassen, die man auf Madeira „poios“ nennt. Die Arbeit auf den Feldern und an den Kanälen leisteten zu einem großen Teil versklavte Menschen, die von den Kanarischen Inseln und aus Afrika auf die Insel gebracht wurden.

Als der Zuckerhandel später zu größeren Pflanzungen im Atlantik und in Amerika wanderte, verlor die Insel ihre Rolle, und der Wein rückte nach vorn. Das Zuckerrohr verschwand dennoch nicht. Rum wurde ab 1846 verbreitet gebrannt. 1882 vernichtete ein Pilz, Coniothyrium melanosporum, die Pflanzungen fast vollständig, doch einige Felder und Mühlen überstanden die Krise.

Mit dem Madeirawein, dem berühmten, mit Branntwein verstärkten Wein der Insel, hat der Rum nur den Ort gemeinsam. Der eine kommt von der Rebe, der andere vom Zuckerrohr, und beide folgen ihren eigenen Regeln.

Der Rum steht heute unter dem Schutz der geografischen Angabe Rum da Madeira. Sie verlangt Zuckerrohr von Madeira und Porto Santo und lässt allein den Saft als Rohstoff zu. Nur Rum nach diesen Regeln darf in der EU „agricola“ heißen, wenn er ungesüßt bleibt. Hergestellt wird er von wenigen, meist kleinen Betrieben, den Engenhos, darunter Engenhos do Norte in Porto da Cruz, der Engenho da Calheta, Engenho Novo und O Reizinho.

Dazu im Lexikon

Was Rhum agricole vom Melasserum unterscheidetWas Rum überhaupt ist
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Bilder mit KI erstellt · Texte KI-gestützt, redaktionell geprüft