
Mindestens drei Jahre
Fass & Klima
Wie alt ist ein gereifter Rum da Madeira? Als envelhecido darf er nur gelten, wenn er mindestens drei Jahre in Eichenfässern gelegen hat. Das Institut für Wein, Stickerei und Kunsthandwerk Madeiras, kurz IVBAM, überwacht diese Frist. Das ist eine klare Untergrenze, wie sie bei vielen anderen Rumsorten fehlt.
Der ungereifte Rum heißt natural und ist farblos bis leicht gelblich. Der dritte Typ, fortificado, wird mit Zuckersirup abgerundet, also gesüßt. Ein gesüßter Rum erfüllt die Bedingungen nicht, die in der EU für das Wort „agricola“ gelten, und darf es deshalb nicht tragen.
Beim Alter greift die EU-Regel: Angegeben wird immer der jüngste Anteil einer Mischung. Ein Jahrgang darf nur auf dem Etikett stehen, wenn der gesamte Rum aus diesem einen Jahr stammt. Eine Altersangabe von zehn Jahren heißt also, dass jeder Tropfen in der Flasche mindestens so lange im Holz lag.
Die Insel liegt im Atlantik, das Klima ist mild und ausgeglichen, mit wenig Unterschied zwischen Sommer und Winter. Das Holz arbeitet dort ruhiger als in der Hitze der Antillen. Gereifte Rums zeigen in den Beschreibungen vor allem Honig, Karamell und Gewürze, ohne dass die Frucht des jungen Rums ganz verschwindet. Bei Engenhos do Norte in Porto da Cruz reicht das Angebot vom weißen bis zum gereiften Rum.
Als Fass dient Eiche; einzelne Erzeuger lagern ihren Rum auch in Fässern, in denen zuvor Madeirawein lag. Ein kleiner Erzeuger füllt nach Presseberichten Rums von 15 bis 24 Jahren ab. Das ist ein Ausreißer in einem Land, in dem drei Jahre das gesetzliche Minimum sind.