
Kolonne und Mischtank
Brennen
Beim Brennen trennt man den Alkohol von Wasser und Rückständen der Maische. Dafür gibt es zwei Bauarten: Die Brennblase arbeitet chargenweise und liefert einen kräftigeren Brand, die Kolonne läuft ununterbrochen und liefert einen leichteren, saubereren. Je nach Bauart schmeckt derselbe Zuckerrohrsaft ganz anders. Wie stark das Destillat ist, hängt von der Anlage ab; in die Flasche kommt es erst, nachdem man es mit Wasser auf Trinkstärke gebracht hat.
Eine Besonderheit steht auf La Palma. Ron Aldea brennt Berichten zufolge in einer holzbeheizten Kolonne, die der französische Hersteller Egrot 1893 gebaut hat und die noch im Einsatz ist. Das Rohr dafür, 200 bis 250 Tonnen im Monat, stammt von Anbauern der Insel.
Auf Gran Canaria sitzen die Destilerías Arehucas in Arucas, die sich auf die Fábrica San Pedro von 1884 zurückführen. In ihrer Hausgeschichte heißt es, schon damals habe man mit modernen Brennapparaten gearbeitet, was zum frühen Erfolg des Rums beigetragen habe. Zu den bekannten Sorten gehören der weiße Carta Blanca und der goldene Carta Oro.
Der Ronmiel de Canarias wird nicht gebrannt, sondern gemischt. Die Spezifikation beschreibt den Ablauf: Wasser und Honig werden in einem Mischtank unter Rühren zu einem gleichmäßigen Sirup verrührt, dem man Zucker und Aromen zusetzen darf. Danach kommt Rum dazu, bis die gewünschte Stärke zwischen 20 und 30 Prozent vol erreicht ist. Binnen 24 Stunden folgen chemische und sensorische Prüfungen, gegebenenfalls Korrekturen. Vor dem Abfüllen läuft das Getränk mindestens einmal durch einen Filter.
Mindestens 37,5 Prozent vol muss ein Rum in der EU haben. Der Ronmiel liegt mit seinen 20 bis 30 Prozent deutlich darunter und ist ein Likör mit Honig; im Recht heißt er „sonstige Spirituose“ und darf nicht Rum genannt werden.